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September 2020 Gewaltbereitschaft
Liebe Geschwister,
die Menschheit steht weltweit vor riesigen Herausforderungen. Die wirtschaftliche Lage in Europa ist so gut wie nie und trotzdem sind so viele Menschen unzufrieden. Erhöhte Wachsamkeit ist angesagt, denn der weltweite Terror hinterlässt auch in der BRD seine blutigen Spuren. Politiker können die Zeichen der Zeit oft nicht richtig lesen und reagieren nur dann, wenn ein terroristisches Ereignis eingetreten ist. Nach kurzer Zeit ist auch das wieder vergessen und die Aufmerksamkeit lässt nach.
Politiker sehen keinen Handlungsbedarf, wenn es sie nicht selbst berührt. Im Untergrund brodelt es jedoch gewaltig. Der Untergrund rüstet auf und begeht immer mehr Anschläge gegen die Menschlichkeit. Rechtsextreme Parteien haben immer dann Zulauf, wenn der Unmut im Volk überläuft. Diese Parteien bieten dann vielen Unzufriedenen eine Plattform, um ihren Frust kund zu tun und ihn auszuleben. In der Gesellschaft ist eine Verrohung spürbar geworden und die Gewaltbereitschaft hat zugenommen. Viele junge Männer haben ihren Testosteronspiegel nicht im Griff, sie möchten ihre Grenzen überschreiten, ihre Männlichkeit demonstrieren und sich gerne wieder als Helden fühlen, weil sie als Machos nicht mehr ernst genommen werden. Politiker staunen und rätseln, warum sich Teile der Gesellschaft so extrem negativ entwickelt haben.
Wie kam es denn zu dieser Gewaltbereitschaft?
Es sind mehrere Faktoren die zu diesem Zustand geführt haben. Wer genau hinschaut, kann diese Entwicklung gut nachvollziehen. Da die persönlichen Freiheiten des Einzelnen immer grenzenloser werden, kann sich heute jeder, mehr denn je erlauben. So werden verbale Übergriffe und Verleumdungen als normal empfunden und nicht mehr als Straftat gewertet. Je weniger Grenzen jedoch bestehen, umso mehr werden sie ausgenutzt. Straftaten werden kaum noch geahndet und wenn doch, so sind die Strafen so lächerlich gering, dass sie nicht mehr abschrecken. Dies führt dazu, dass die Übeltäter immer dreister werden.
Dazu kommen die vielen Gewaltverherrlichungen in Filmen und Videospielen. Diese stellen einen latenten Aufruf und ein Vorbild zur Nachahmung von Gewalt dar, denn das Unterbewusstsein unterscheidet nicht zwischen Fiktion und Realität. Die Gefahr, die von ihnen ausgeht, wird total unterschätzt. Die Gewaltspiele haben jedoch eine programmierende Wirkung, die jederzeit als Aggression oder schlimmeres ausbrechen kann. Werbefachleute wissen um die beeinflussende Wirkung der Bilder und setzen sie schon seit Jahren ein, um die Meinung und das Kaufverhalten der Menschen zu manipulieren. Politiker sehen jedoch auch da keinen Handlungsbedarf, denn sie glauben, dass alle Bürger wissen was sie tun, Recht und Unrecht unterscheiden können und ihre mitmenschliche Verantwortung kennen würden. Dieser Irrtum kostet leider viele Menschenleben. Sollten diese Themen jedoch weiterhin nicht ernst genommen werden, wird sich die Gewalt gegen alles und jeden noch mehr ausbreiten.
Fremdenfeindlichkeit lässt sich heute ebenfalls mehr denn je beobachten. Den Grund für diese Tendenzen will kein politisch Verantwortlicher so recht wahr haben. Die Angst der Bürger vor Überfremdung und Identitätsverlust wird nicht immer ernst genommen, doch je mehr dem Bürger zugemutet wird, umso mehr baut sich sein innerer Widerstand auf und führt auch mal zu Gewaltexzessen.
Zu glauben, man könne der Gewalt Herr werden, indem man einzelne Übeltäter bestraft, wird sich als falsch erweisen. Das Übel muss mit der Wurzel entfernt werden. Das Übel spielt sich im menschlichen Denken ab. Wenn kein friedliches Umdenken geschieht, ist keiner mehr sicher. Rechtstaatlichkeit und Anstand werden in Schulen nicht genügend gelehrt. Auf Erzeihung in Schulen wird kaum noch Wert gelegt, denn das sollten ja die Familien selbst handhaben. Was dabei herauskommt, sieht man an den unterschiedlichsten Rechtsauffassungen der Mitbürger.
Viele, meist junge Männer, wissen oft gar nicht woher ihre Aggression und Unzufriedenheit kommt. Sie suchen sich einfach nur Gegnern um sich abzureagieren. Um sich stark zu fühlen, richten sie ihre Aggression immer gegen vermeintlich Schwächere, dazu brauchen sie Feindbilder und Sündenböcke. In rechtsextremen, terroristischen Kreisen und auch unter Hooligan-Gruppen finden sie dann Gleichgesinnte und ein Betätigungsfeld. Fußballgegner, Fremde, Andersgläubige und ethnische Minderheiten sind ihre beliebtesten Opfer. Ihren Hass können sie oft gar nicht begründen, sie handeln einfach ohne nachzudenken. Diese Menschen sind resistent gegen jede Vernunft. Was ist das für eine verzerrte Denkweise? Als friedliebender Mensch kann und will man sich diesen Wahnsinn gar nicht vorstellen. Alle Menschen sind doch gleich, ganz egal was sie tun, was sie glauben und wie sie aussehen.
Wer kann dieses abartige Gedankengut überhaupt verstehen? Und kann dieser irrsinnige Kampf denn überhaupt gewonnen werden?
Die Gesellschaft muss wohl mit diesem Übel leben, denn Dummheit lässt sich scheinbar nicht ausrotten. Der Kampf gegen das Böse ist eine endlose Geschichte und fühlt sich an, wie ein Kampf gegen Windmühlen. Liebe Geschwister, nur wenn wir bei uns selbst anfangen und das Gute leben, können wir anderen auch ein Beispiel geben, nur so kann sich die Welt zum Guten ändern.
Es gibt noch viel zu tun.
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