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Dieser Artikel von 06-2020 ist bereits überholt. Derzeit 10-2021 ist alles wieder relativ ruhig, doch wer weiß, was die Zukunft noch alles für uns bereithält? Die Geschichte könnte vielleicht schnell wieder aktuell werden. Ich lasse darum den Artikel als Rückschau stehen. Die Zeichen der Zeit
Liebe Geschwister,
lernen wir die Zeichen der Zeit zu lesen, damit es uns nicht noch härter trifft. Was an Katastrophen schon hinter uns liegt, ist doch schon enorm – oder? Wer da noch blauäugig in die Zukunft blicken kann, hat ein kindlich unschuldiges Gemüt. Ich wünschte, mir wäre diese Sicht gegeben, doch ich bin immer dabei, alle Wahrscheinlichkeiten einer Situation durchzuspielen. Zum einen, weil ich dann auf das Schlimmste vorbereitet bin, zum anderen, weil ich denke, das Schlimmste könnte doch noch verhindert werden. Die Jetztzeit stellt uns vor große Herausforderungen und mahnt zu größter Vorsicht in allen Bereichen des Lebens. Aus allen Ecken und Enden kommen immer wieder neue Katastrophen auf uns zu und sie scheinen kein Ende zu nehmen. Die Corona-Krise ist bisher die schlimmste Prüfung, die wir erleben müssen. Wir erkennen immer mehr, dass wir auf schwankendem Boden stehen und nichts sicher ist.
Die Regierung versucht mit allen Geldmitteln, die Folgen der Krise für die Bürger abzumildern, doch was ist, wenn noch weitere und noch größere Katastrophen auf uns zukommen? Können wir alles mit Geld ausgleichen? Die gemachten Schulden wird eine Generation zurückzahlen müssen, wie viel Spielraum bleibt dann noch? Haben wir den Scheitelpunkt des Wachstums überschritten? Haben wir durch unseren Konsumrausch und unsere Wohlstandserwartungen nicht etwas übertrieben? Wir haben uns Paläste gebaut und die Hände nach den Sternen ausgestreckt, doch nun müssen wir erkennen, dass uns Grenzen gesetzt sind. Wir wissen heute nicht, was morgen ist. Haben wir vorgesorgt? Haben wir uns auch selbst Rücklagen gebildet oder schreien wir immer nur nach dem Staat, von dem wir annehmen, dass er uns helfen müsste? So werden wir freilich nie selbständig.
Auf einem Berg Schulden zu sitzen kann existenzbedrohlich werden, wenn plötzlich sicher scheinende Arbeitsplätze oder Absatzmärkte wegbrechen. Wer hätte gedacht, dass unser ständig steigender Wohlstand so unvermittelt zum Stillstand kommen könnte? Viele haben über ihre Verhältnisse gelebt und stehen jetzt vor dem Bankrott, doch nach Schuldigen zu suchen bringt das Schlaraffenland nicht zurück. Wir Menschen kommen leider immer erst zur Besinnung, wenn uns ein Unglück trifft, lernen wir auch etwas daraus? Das bliebe zu hoffen.
Wenn wir klug und vorausschauend sind, kalkulieren wir immer auch den Ernstfall in unsere Lebensplanung mit ein, denn dann kann uns ein Unglück nicht so leicht aus der Bahn werfen. Uns auf Hilfe von außen zu verlassen ist nicht die Lösung, wir müssen für uns selbst die Verantwortung übernehmen können, denn das erspart uns viele unnötige Enttäuschungen. Da unsere Zufriedenheit auch sehr stark mit unseren Finanzen zusammenhängt, gilt es, immer ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung zu haben. Dennoch können wir uns nicht gegen alles schützen, denn es gibt Katastrophen, gegen die der Mensch machtlos ist.
Was wir uns nicht leisten können, brauchen wir auch nicht. In Notzeiten kann ein Zuviel an materiellen Dingen auch hinderlich sein. Mit unserer ständigen Sucht nach immer mehr Konsumgütern haben wir ganz vergessen, uns über das zu freuen, was wir haben, unser Leben und die schöne Natur. Wir sind von Wundern umgeben und können es nicht mehr schätzen, denn unser unnatürliches Streben nach Reichtum hat uns arm gemacht.
Liebe Geschwister, was macht uns wirklich glücklich? Jetzt ist die Zeit, wieder neu über das Leben und darüber, wie wir es noch sinnvoller gestalten können, nachzudenken.
Bitte denkt darüber nach.
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