Artikel 01/2020

Weltpolitik

                       

 

Liebe Geschwister,

 

wir schreiben das Jahr 2020 und es scheint, als würde die Welt nicht klüger werden. Die Regierungschefs der Großmächte Amerika und Russland demonstrieren ihre Macht in gewohnter Weise. Ihre Einmischung in die Hoheitsgebiete anderer Länder ist ungebrochen. Es regieren überall auf der Welt immer noch Despoten der alten Garde, eine Gruppe von Eroberern die es nicht lassen können, andern ihren Willen aufzuzwingen. Der Nahe Osten ist derzeit ihr großes  Spielfeld. Sie pokern um Einfluss und Landgewinn auf dem gebeugten Rücken der dort lebenden Bevölkerung. Es schert sie nicht, wenn diese dabei zu Schaden kommen. Jeder nimmt sich das Recht, auch wenn er nicht im Recht ist.

 

Wäre es denn nicht endlich Zeit zum Frieden?

 

Die Region des Nahen Ostens wird durch nicht endend wollende Anschläge erschüttert. Wenn ein Patriot auf einer Seite stirbt, schwört die andere Seite erbittert Rache. So geht das schon ewig hin und her. Der Völkermord nimmt kein Ende und es werden immer wieder neue Stuhrköpfe nachgeboren, die Generation um Generation Vergeltung ausüben, obwohl keiner mehr weiß, um was es eigentlich geht. Es scheint als käme diese Region nie zur Ruhe. Die Gier, das haben zu wollen was der andere gerade besitzt, scheint der Grund für den ewigen Zwist zu sein. Oder ist es einfach nur Mordlust? Die Menschen die dort geboren werden, können mit ihren Nachbarn wohl nie auskommen? Die alten Haudegen kloppen sich wohl auch noch in 2000 Jahren. Auge um Auge, Zahn um Zahn, so lautet das Motto ihres unbeugsamen Stolzes. Sie fühlen sich als gute Gläubige, die das Recht haben über Tod und Leben zu entscheiden. Brav beten sie Tag für Tag, fünfmal am Tag zu Allah um Unterstützung, die Ungläubigen auszurotten. Zum Nachdenken über ihr Tun bleibt ihnen dann freilich keine Zeit.

 

Dieses irre Treiben zu beobachten, ist für einen Außenstehenden sehr ermüdend und wird allmählich langweilig, denn es ist kein Ende in Sicht. Inzwischen haben sich doch alle Parteien schon tausendfach gegenseitig versündigt, wer will da noch von Recht und Unrecht sprechen. Blut ist doch auf allen Seiten genug geflossen. Gibt es denn nicht auf jeder Seite der Streithähne ein paar Führer mit Herz und Verstand, die bereit sind, sich zusammen an einen Tisch zu setzen, um ernsthaft über einen Frieden zu verhandeln? Israeliten und Palästinenser könnten doch gemeinsam und gleichberechtigt in einem Land leben, wenn sie sich nur darauf einigen könnten. Doch nein, jeder will sein eigenes Süppchen kochen und sieht den andern als Todfeind. So kann das nie was werden.

 

Dann ist da noch der unselige Glaube, der die Gläubigen aller Seiten immer wieder anstachelt, im Bruder einen Feind zu sehen. Wer ist der bessere Mensch? Wer ist näher bei Gott? Sturheit und Dummheit sind nicht mehr zu unterscheiden. Ist dieses Verhalten eines Menschen würdig?

 

Obwohl in diesen Ländern so viel Wert auf Gastfreundschaft gelegt wird, scheint die Nächstenliebe für sie ein Fremdwort zu sein. Wer kann das alles verstehen? Natürlich ist anzunehmen, dass auch dort die Mehrzahl der Bürger friedliebend und aufrecht in ihrem Wesen sind, doch eine Minderheit ewig Gestriger hat die Macht und bestimmt die Regeln. Diese Minderheit kennt wohl nur Mord und Totschlag. Welch eine traurige Region. Es ist verwunderlich, dass gerade dort die Wiegen der großen Religionen standen. Der Zugang zu Gott scheint ihnen heute doch eher verbaut.

 

Aus der Ferne betrachtet, lässt sich kein vernünftiger Grund für diese kriegerische Verhaltensweise finden. Man möchte ihnen zuschreien, endlich mit dem Unsinn aufzuhören, doch könnten sie das auch hören? Das Betrachten der menschlichen Dummheit tut schon weh. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich, doch dort ist es eher die Hölle.

 

Seht euch auch die Krisenherde in Südamerika, China, Russland, Indien und Pakistan an. Konflikte lauern überall dort wo Menschen sind. Es kriselt an allen Ecken und Enden. Die zu erwartende steigende Bevölkerungszahl verschärft die Lage in der Welt auch in Zukunft immer mehr. Diplomatie ist mehr denn je gefragt. Die Erde ist der Spielball der Mächtigen, sie sind unberechenbar. Wir sind die Bauern in diesem Spiel.

 

Was soll aus der Welt werden, wenn die Mächtigen beschließen, sich gegenseitig auszulöschen? Wird es zur Tagesordnung gehören, die Feinde aus der Ferne durch Raketen oder Gift auszuschalten? Ist ein Präsident ein Ehrenmann und kein Mörder, wenn er den Befehl zum Töten gibt? Wenn es Schule macht, dass die Mächtigen ihre unliebsamen Gegner auf diese Weise aus dem Weg räumen, wohin wird das noch führen? Die Geheimdienste praktizieren diese Beseitigungsmethoden schon immer, neu jedoch ist – wie jüngst geschehen – dass ein führender Politiker einen Tötungsbefehl in aller Öffentlichkeit zugibt und damit auch noch prahlt.

 

Wie weit kann die Moral der Menschheit noch sinken?

 

Liebe Geschwister, die Grenzen zwischen Recht und Unrecht verschieben sich scheinbar immer mehr. Denkt auch einmal darüber nach, wie weit ihr eure menschlichen Werte beschränken würdet, um Vergeltung für begangenes Unrecht auszuüben? Euch sollte klar sein, dass jede Beschränkung auch eure Freiheit einschränkt. Durch Vergeltung entfernt sich der Mensch immer mehr von der Liebe. Die Spirale von Gewalt und Gegengewalt führt direkt ins Verderben. Ist dieser Weg etwa schon vorgezeichnet und wenn ja, lässt sich das Blatt noch wenden?

 

Liebe Geschwister, wacht auf, solange ihr noch eine Stimme habt.

 

Überall auf der Welt schwelen Krisenherde. Die Welt scheint sich allmählich in zwei Lager zu teilen, in die Friedliebenden und die Hassgetriebenen. Der kleinste Funke könnte die gestauten Aggressionen entzünden, was dann? Solange der Großteil der Menschheit nicht seine innere Mitte gefunden hat, ist das menschliche Leben auf der Erde ein ewiges Spiel mit dem Feuer.

 

Die Feuer in Australien zeigen uns, was geschieht, wenn Hitze und Dürre ein Land heimsuchen. Ebenso ist es um die Menschheit bestellt, wenn die Liebe in den Menschen austrocknet und sich der Hass entzündet. Lasst es nicht soweit kommen. Entfacht, zu eurer eigenen Rettung wieder das Feuer der Liebe in euch. Von allen ernsthaften Lichtarbeitern ist jetzt unermüdlicher Einsatz gefordert. Wir müssen unsere ganze innere Lichtkraft dafür aufwenden, unsere noch in der Dunkelheit lebenden Geschwister ins Licht der Erkenntnis zu führen. Unser Einsatz ist wichtiger denn je.

                   

Bitte denkt darüber nach – möge der Himmel immer mit uns sein.

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