Dieser Artikel von 10-2020 ist bereits überholt. Derzeit 10-2021 ist alles wieder relativ ruhig, doch wer weiß, was die Zukunft noch alles für uns bereithält? Die Geschichte könnte vielleicht schnell wieder aktuell werden. Ich lasse darum den Artikel als Rückschau stehen.  

Warum existiert Corona?

 

 

Liebe Geschwister,

 

Corona bringt uns zum Nachdenken, ob wir wollen oder nicht. Weltweit werden wir von ihr in unserer Entfaltung eingeschränkt. Wir können uns nicht mehr so frei bewegen wie wir wollen. Es fühlt sich an, als wären wir Zoobewohner, die sich hinter dem Zaun befinden. Sobald wir uns der bisherigen Lebensweise annähern wollen, weist uns der Virus wieder in die Schranken. Politiker wissen nicht, wie sie die Situation handhaben sollen, sie möchten sich keine Vorwürfe machen lassen, dass sie versäumt hätten, die Menschen zu schützen. Sie hoffen darauf, dass schnell ein Impfstoff gefunden wird, der Corona in Schach hält, damit der Alltag wieder wie gewohnt ablaufen kann. Sie sind wirklich nicht zu beneiden, denn alles was sie an Gegenmaßnahmen einleiten, bringt ihnen mehr Kritik als Lob.

 

Viele Menschen fühlen sich inzwischen von den Vorsichtsmaßnahmen der Politik eingeschränkt und unterdrückt und versuchen auszubrechen. Doch wohin? Die Gefahr lauert überall, sie wird nur unterschiedlich eingeschätzt. Die einen halten Corona für beherrschbar und die anderen für extrem lebensbedrohend. Die Frage ist: Den Virus wüten zu lassen oder ihn einzudämmen? Dies ist wahrlich eine verzwickte Lage für alle Menschen auf der ganzen Welt.

 

Alle sehnen sich nach Normalität, doch diese kann es so schnell nicht geben. Vorerst besteht keine Veranlassung zur Entwarnung, denn der Virus schwebt wie eine dunkle Wolke über dem Planeten. Die Seuche zieht übers Land und rafft vor allem die Alten, Kranken und Schwachen dahin. Ohne Eindämmung würde es zu einem unkontrollierbaren Massensterben kommen. Die erste Welle hat es schon angedeutet. Kein mitfühlender Mensch wird es zulassen können, dass sich die Menschheit auf diese Weise dezimiert.

 

Andererseits kann sich die Welt keinen andauernden Lockdown leisten, denn die Menschen sind, um zu überleben, auf Arbeit, Lohn und Brot angewiesen. Wenn eine anhaltende Armut heraufbeschworen wird, werden die hungernden Menschen unberechenbar und es kommt unausweichlich zur Anarchie, was Krieg bedeuten würde. Auch dies würde die Menschheit auf grausame Weise dezimieren. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als uns in unser derzeitiges Schicksal zu ergeben. Wir sind gezwungen, die Tatsache zu akzeptieren, dass wir uns jetzt und auch in Zukunft einschränken müssen.

 

In vielen Bereichen können wir uns nicht mehr endlos entfalten, was freilich Verzicht bedeutet. Doch mal ehrlich, haben wir uns nicht schon mit viel zu viel unnötigen Dingen überfrachtet? Was haben wir denn wirklich Sinnvolles vollbracht? Was ist überhaupt sinnvoll? Was ist der Sinn unseres Lebens? Darauf sollten wir uns allmählich auch eine Antwort überlegen. Entspricht das was wir tun, unseren wahren Bedürfnissen? Was macht den Menschen aus? Wer sind wir? Ist es der Sinn unseres Lebens, wirklich alles auf die Spitze zu treiben, ohne Maß und ohne Ende? Wir sind die Schöpfer unserer Welt, doch was haben wir daraus gemacht? Wird es nicht endlich Zeit, aufzuwachen? Die Zukunft wird es zeigen, wohin es führen wird, wenn sich der Mensch nicht zügeln kann. Dann allerdings, steh Gott uns bei.

 

Die Pandemie ist die bisher größte Herausforderung für die Menschheit in diesem Jahrhundert. Sie ist aber auch die größte Chance, die uns zu neuen Ufern führen könnte.

 

Der Mensch braucht lange, bis er begreift, was er falsch gemacht hat. Corona ist beinah schon ein Folterinstrument, das die Menschheit zwingt, umzudenken. Alles was inzwischen ausgeufert ist, bekommt jetzt einen Dämpfer. Konsumrausch, Luxusleben, Schönheitswahn, Weltreisen, Megaevents, Koma-saufen, Sexorgien, Fressorgien, der Trend ging bei allem nach immer mehr, einfach alles wurde ausgereizt und übertrieben. Die Menschen sind aus Langeweile so umtriebig geworden und finden keinen richtigen Sinn mehr im Leben. Sie fühlen sich gedrängt, ständig neue Rekorde brechen zu müssen, doch dabei denken sie nicht daran, was sie mit ihrem Verhalten der Umwelt antun. Sollten wir jedoch aus der Corona-Pandemie - wenn sie überstanden ist - wieder nichts lernen, werden noch größere Plagen über uns kommen. Um das vorherzusehen, dazu muss man kein Hellseher sein. Wir haben keine andere Wahl mehr – wir müssen uns ändern.

 

Wir haben alles, wir können uns alles kaufen, doch vielleicht ist das unser Verderben? In der satten Gesellschaft gibt es kaum noch einen Zusammenhalt, irgendwie scheinen alle oberflächliche Egoisten und Blender geworden zu sein, die nur ihren Vorteil suchen. Abstandgebote und weniger Sozialkontakte tragen nun auch noch das ihre zur allgemeinen Entfremdung bei. Wohin führt diese Abschottung? Zu noch mehr Vereinzelung? Das Misstrauen Fremden gegenüber war vorher schon sehr ausgeprägt, doch ein gesellschaftlicher Lockdown macht uns alle zu Fremde. Wie weit müssen wir menschlich noch sinken, um zu wirklicher Achtung und Wertschätzung zueinander zu finden? Corona hilft uns die Talsohle zu erreichen, bevor es hoffentlich wieder aufwärts gehen kann. Wenn dann nichts mehr von unserem alten Ego übrig ist, können wir es wieder wagen, einen neuen Anfang mit mehr Menschlichkeit zu beginnen.

 

Die heutige Zeit hat Ähnlichkeit mit dem biblischen Auszug aus Ägypten, nur das gelobte Land ist noch nicht in Sicht. Da, wo wir uns derzeit befinden, sind wir irgendwie nicht mehr richtig zuhause. Unsere alte Welt zerfällt langsam, auch unsere alten Werte verändern sich, wir sind zaghaft dabei, uns den neuen Gegebenheiten anzupassen. Wir haben bereits erkannt, dass wir der Natur zu viel zugemutet haben und dass wir uns radikal ändern müssen, damit sie uns weiterhin beherbergen kann. Die Masse jedoch scheint dies noch nicht verstanden zu haben, denn sie verhält sich nach wie vor alles andere als kooperativ. Die Natur hilft uns nun auf die Sprünge.

 

Alte Gewohnheiten und vermeintliche Rechte aufzugeben ist freilich immer mit Trennungsschmerz verbunden, doch in noch nicht so ferner Vergangenheit erhielten wir bereits schon einige Fingerzeige die uns ermahnen sollten, welche möglichen Folgen es hat, wenn wir unser Anspruchsdenken, unsere Lebensweise und Verbrauchsverhalten nicht ändern. Doch wie immer, haben wir diese Fingerzeige, in unserer Überheblichkeit ignoriert. Rinderwahn, Schweinepest, Vogelgrippe und einige begrenzte Ausbrüche neuer Seuchen haben zwar zu vorübergehender Hysterie geführt, jedoch nachhaltig kein Umdenken bewirkt. Schnell war immer wieder alles beim Alten.

 

Das Zauberwort heißt müssen – nicht mehr sollten.

Brauchen wir die Peitsche?

 

Eine Freiheit, in der alle nach ihren persönlichen Vorstellungen leben können, wird es nicht mehr geben. Wir sehen, wohin uns die unbegrenzte Freiheit und Offenheit geführt hat. Rücksichtslosigkeit und moralische Grenzüberschreitungen beherrschen heute unseren Alltag, doch eine Gesellschaft braucht strikte Regeln und Gebote im Umgang miteinander und mit der Natur, die dann aber auch für alle gelten müssen. Derzeit macht doch fast jeder eigensinnig was er will, egal ob dies jemand anderem schadet.

 

Möglich macht dies eine allzu lasche Handhabung und Auslegung der Gesetze. Ein Mittelweg zwischen Einschränkung und Freiheit muss gefunden werden. Eine ordnende Maßregelung durch klare Gesetze ist darum zur Schadensbegrenzung dringend notwendig und auch, um ein menschenwürdiges Miteinander aufrechtzuerhalten. Die Rechte des Planeten, der Natur, der Tiere und allem Lebens müssen gewährleistet werden. Der Mensch darf sich nicht über alles stellen, er ist ja auch nur ein Rädchen im Getriebe der Schöpfung. Wenn wir das Leben auf diesem schönen Planeten noch länger genießen wollen, müssen wir Mutter Natur zuhören und uns ihren Bedürfnissen anpassen. Bis jetzt haben wir unsere Tiernatur gelebt, nun sollten wir uns zu wahren Menschen entwickeln.

 

Bitte denkt über Lösungen nach.

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