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Artikel 06/2020 Irrationale Verhaltensweisen
Liebe Geschwister,
im Umgang mit meinen Mitmenschen habe ich so manche irrationale Verhaltensweisen gesehen und zu spüren bekommen. Vieles kann ich mir erklären, doch so manche Zeitgenossen geben mir durch ihr Verhalten auch heute noch Rätsel auf. Bei den Protagonisten handelt es sich dabei meist um unverbesserliche Pessimisten mit einer negativen Grundeinstellung, deren komplizierte Gedankengänge ich einfach nicht nachvollziehen kann.
Ich finde es schade, wenn ein Mensch die Welt nur durch eine Negativbrille sieht, denn dadurch entgeht ihm sehr viel Lebensfreude. Durch ihre negative Sichtweise sind sie auch vielfach von negativ eingestellten Mitmenschen umgeben, die ihnen das Leben zur Hölle machen. Darüber beklagen sie sich dann auch bitterlich, doch auf die Idee, dass sie selbst daran schuld sein könnten, kommen sie erst gar nicht.
Bei einigen Personen musste ich mit ansehen, wie sie sich immer mehr in ihrer tragischen Rolle verstrickten und nicht mehr ansprechbar waren. Sie beschäftigten sich ständig mit ihrer Opferrolle, aus der sie keinen Ausweg mehr fanden. Hinter jeder Äußerung vermuteten sie vielmehr einen versteckten Angriff auf sich oder ein System und fühlten sich von ihren Mitmenschen immer mehr enttäuscht, betrogen oder sogar verfolgt.
So drifteten einige allmählich in eine Depression, eine Essstörung, einen Verfolgungswahn, wurden zum Verschwörungstheoretiker und gar zu Menschenhassern. Wenn ein Mensch in seiner Einbildung verstrickt und so gar nicht mehr ansprechbar ist, lassen derartig extreme Verhaltensanomalien sogar eine Geistesstörung vermuten.
Meine beinah verzweifelten Versuche, die Ärmsten aus ihrem Tief herauszuholen scheiterten in der Regel immer kläglich, denn alles was ich ihnen riet, wussten sie schon, wollten sie nicht befolgen oder auch nicht mehr hören. All die guten Ratschläge waren ihnen natürlich auch von anderer Seite her bestens bekannt und obwohl sie, ihren Aussagen nach, ihre Probleme angeblich genau kennen würden, konnten oder wollten sie diese trotzdem nicht lösen.
Dafür beklagten sie sich jedoch ständig über ihr schweres Schicksal, obwohl sie doch glaubten, gar kein Problem zu haben. So leben sie tagein tagaus denselben Trott und zehren weiter ständig an der Energie ihrer Zuhörer. Wer jedoch immer nur in Selbstmitleid versinkt – ohne ernsthaft nach einem Ausweg zu suchen - verliert immer mehr Freunde. Mir blieb dann nur noch der Rückzug.
Wenn ein Mensch in Schieflage geraten ist, möchte man ihm gerne helfen, doch wenn alle Argumente abgeblockt und jede Hilfe zurückgewiesen wird, muss man tatenlos zusehen, wie dieser Mensch immer mehr in seiner negativen Welt versinkt. Manche Menschen brauchen wohl erst den totalen Absturz, um sich aus ihren Verstrickungen befreien zu können.
Erst wenn die Einsicht, dass es so nicht mehr weitergehen kann, in einem von Kummer geplagten Menschen reift, wird er auch bereit sein, Hilfe zu erbitten und anzunehmen. Wenn keine Geisteskrankheit vorliegt, vermag sich ein Mensch auch selbst aus seinem Jammertal zu befreien. Dies kann oftmals ein langer Weg sein, doch das gewonnene Wohlbefinden - ohne den seelischen Müll - lohnt diese Mühe allemal.
Jeder Mensch hat seinen eigenen Schicksalsweg und kann in Wahrheit nicht untergehen, denn jeder wird von der geistigen Welt begleitet und behütet. Viele unglückliche Menschen schleppen jedoch unnötigerweise ihre Verletzungen ein Leben lang mit sich herum, dabei ist es gar nicht so schwer, sie auszuheilen. In meinem nachfolgenden Artikel „Heilung der Seele“ zeige ich auf, wie das machbar wäre. Wo ein Wille da ein Weg.
Bitte denkt darüber nach.
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