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Unterscheidungsfähigkeit
Was im Leben ist wichtig und was ist unwichtig? Was ist wahr und was ist falsch? Wir brauchen viele Leben, um das für uns herauszufinden, denn die ganze Bandbreite menschlicher Erfahrungsmöglichkeiten biete uns eine fast unendliche Auswahl dazu an. In nur einem Leben können wir nicht alle zwei Seiten einer Medaille kennenlernen. So ist es auch nicht verwunderlich wenn wir uns öfter mal daneben benehmen oder in der Einschätzung einer Situation falsch liegen. Dafür sollten wir uns nicht schämen oder verurteilen denn erst die Erfahrung macht den Meister. Um unser Leben im wahrsten Sinne zu meistern brauchen wir also viele Erfahrungen und viele Leben. Wenn wir auf unsere eigenen Bemühungen um unsere eigene Entwicklung blicken, können wir uns vorstellen, dass Andere sich in einer ähnlichen Situation wie wir befinden. Das heißt, keiner ist perfekt, keiner ist unfehlbar, keiner ist absolut weise. Das heißt natürlich auch, wenn ein Mensch wenig Durchblick hat, dann fehlen ihm nur die Erfahrungen. Wenn wir dann unsere Rückschlüsse weiter ziehen, kommen wir zu dem Ergebnis, dass wir niemanden auf einen Sockel heben oder unter uns stellen dürfen. Wir kommen nicht darum herum, uns selbst zu immer größerer Vollkommenheit zu entwickeln, wenn wir nach der Wahrheit suchen und nicht ständig immer wieder endtäuscht werden wollen wenn wir uns auf andere verlassen. Wahres Unterscheidungsvermögen entwickeln wir demzufolge erst nach vielen, vielen Erfahrungen positiver und negativer Art. Haben wir schließlich unseren inneren Erfahrungsspeicher mit der Zeit vollgepackt, dann können wir die Puzzel allmählich zu einem immer vollständigeren Bild zusammenfügen und auf brauchbare Ergebnisse blicken. Dies stärkt natürlich unsere Zuversicht und unser Vertrauen zu uns selbst.
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