Artikel 05/2020

Der Sinn des Lebens

-   eine philosophische Betrachtung   -

 

 

Liebe Geschwister,

 

gelegentlich ergreift mich so etwas wie eine tiefe Depression, wenn ich über den Sinn des Lebens nachdenke. Dabei grüble ich auch darüber nach, was eigentlich mein Part im Leben ist, was der Sinn meines Lebens ist und was ich zum Wohle der Schöpfung beitragen könnte? Dann wieder denke ich manchmal etwas resigniert, ohne meine Teilnahme am Leben läuft es doch auch weiter. Warum soll ich mich bemühen und Spuren hinterlassen und dem Leben meinen Stempel aufdrücken? Wozu, wenn doch alles sowieso vollkommen ist, so wie es ist? Das zumindest behaupten die großen Meisterphilosophen.

 

Beim weiteren Nachdenken komme ich dann meist auch noch zu dem traurig scheinenden Schluss, dass das Leben eigentlich ohne Sinn ist – denn das Leben IST einfach nur - es ergibt nur dann einen Sinn, wenn ich dem Leben einen Sinn gebe. Wer sich bei solchen Gedanken verheddert und sich immer tiefer in eine Depression fallen lässt, der könnte leicht auf Suizidgedanken kommen. Doch wenn alles sinnlos wäre, dann wäre das dann ja auch sinnlos.

 

 Die meisten Menschen sind jedoch unbewusst von der Vorstellung getrieben, ihrem Leben einen Sinn geben zu müssen. Ihr Tatendrang steht nicht still, bis sie den letzten Atemzug getan haben. Doch was ist besser? Etwas Tun oder Nichtstun? Tatenlosigkeit führt schnell zu Frust und Langeweile. Der Mensch braucht, um zufrieden zu sein, eine möglichst befriedigende und sinnvolle Beschäftigung. Das Streben nach Freude und Glück sollte also deshalb jeder auf seine Agenda setzen. Folgendes Sprichwort stimmt wohl: „Müßiggang ist aller Laster Anfang.“  

 

Ein Grund, warum ein Mensch unzufrieden ist, ist seine Phantasielosigkeit. Ein Mensch, der nicht weiß was er will oder was er tun soll, läuft im Hamsterrad widersprüchlicher Gefühle. Doch wer wartet, dass etwas im Außen geschieht das ihn aus seiner Lethargie herausführt, wartet oft sein Leben lang vergeblich. Am Ende seines Lebens wird er betrübt resümieren müssen, das ihm durch sein Hadern und Zaudern vieles entgangen ist.

 

Leider verbringen Menschen ihr Leben oft damit, ihr Unglücklich sein zu beklagen, anstatt sich aufzuraffen und sich aus dem Jammertal zu befreien. Die Härte des Lebens lässt oftmals auch keine tiefsinnigen Überlegungen zu, denn der Existenzkampf fordert meist die notwendige Kraft, die es bräuchte, um darüber nachzudenken, wie er sich glücklichere Lebensumstände erschaffen könnte.

 

Vielen fehlen dazu auch noch der Mut und die Ausdauer, etwas Neues anzufangen. Erst, wenn die Talsohle der Missstände erreicht ist, gibt er sich auf oder rafft sich endlich ernsthaft auf, nach Wegen aus der Misere zu suchen. Diesen Umkehrpunkt jedoch braucht es, um seinem Leben einen Sinn zu geben.

 

Mein Fazit ist: Wenn du mit dem Leben haderst, dann setze dir Ziele, denn ohne Ziele erscheint das Leben auf Dauer sinnlos. Wer dann das Ziel kennt, der findet auch den Weg und oftmals ist auch nur der Weg das Ziel. Den Sinn des Lebens muss jeder für sich erkennen.

 

Unser Menschsein beinhaltet wohl einen schöpferischen Dauerauftrag, der uns in ständiger Bewegung hält und gelegentlich auch zu Höchstleistungen antreibt. Wohl dem, der weiß, was er will. Ohne Bewegung droht Stagnation, körperlich und auch geistig, doch wir sollten unseren Schaffensdrang nicht übertreiben, sondern immer auch für einen Ausgleich sorgen. In der Ruhe liegt die Kraft zum Weitermachen. Macht was aus eurem Leben.

 

Bitte denkt darüber nach.

 

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