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Seelenentwicklung
Liebe Geschwister, Wer glaubt, eine Seelenentwicklung würde von selbst erfolgen, er müsse also nicht selbst an sich arbeiten, der vernachlässigt sein spirituelles Wachstum. An einem bestimmten Punkt wird er merken dass nichts geschehen ist und aufgrund seiner Unzufriedenheit wird er spüren was er versäumt hat und diese Entwicklung schnellstens wieder nachholen wollen. Gesegnet ist der, der dies schon vorher verstanden hat und mit Fleiß und Ausdauer ans Werk geht. „Nichts kommt zu Dir was Du Dir nicht verdient hast“ Dies heißt nicht, gute Taten vollbringen zu müssen oder der Diener eines Anderen zu sein, sondern das zu ernten, was Du Dir selbst erarbeitet hast. Im Guten wie im Bösen. Um Achtsamkeit zu erlernen muss der Schüler erst durch das Erfahren des Gegenteils gehen um den Spürsinn für das rechte Tun zu entwickeln. Menschen die durch erlittene Verletzungen verhärtet sind, teilen aus was sie selbst verabscheuen. Sie verletzen und kränken ihre Mitmenschen durch ein Verhalten welches Missbilligung, Ablehnung, Zurückweisung oder sogar Verachtung ausdrückt. Oftmals wird dies noch verstärkt durch absichtliche Nichtbeachtung einer ihrer Meinung nach unwürdigen oder unliebsamen Person. Sie lehnen diese - sie spiegelnde Person - zutiefst ab und aberkennen dessen Menschenwürde bei jeder Gelegenheit und tun dabei alles um sie zu demütigen. Und dies tun sie oft auch noch mit voller Absicht und freuen sich sogar noch darüber was sie damit anrichten. Diese selbstgefälligen Menschen wollen durch ihr Verhalten den Eindruck vermitteln, dass nur sie unfehlbar wissend sind, ihr Gegenüber jedoch dumm ist, nichts weiß, ständig alles nur falsch macht oder falsch sieht und darum belehrt werden muss. Oftmals haben diese Personen ein hervorragendes theoretisches Wissen auf vielen Gebieten und sind begierig und stolz darauf vermeintlich Unwissenden etwas beizubringen. Sie gefallen sich darin wichtig zu sein, sind allerdings selbst nicht bereit anderen zuzuhören. Sie hören sich nur selbstverliebt zu und interpretieren stolz das vermeintliche Ergebnis ihrer Einschätzung ihres Gegenübers von dem sie sich schon längst ein genaues Bild erstellt haben. Sie beurteilen, verurteilen und erteilen dann ihre guten Ratschläge. Dass sie sich in ihrer Einschätzung irren könnten ist für sie ausgeschlossen. Sie glauben jene Person genau zu kennen ohne mit ihr wirklich von Herz zu Herz geredet zu haben. Was diese auch sagen würde ist sowieso nur Unsinn und nicht wert angehört zu werden. Mit der Zeit haben sie jedoch so viele Kränkungen ausgeteilt, dass diese zu ihnen zurückkommen müssen. Als logische Folge wird ein Gedemütigter der nie Anerkennung oder Zuspruch erhält glauben, dass er in den Augen des Belehrenden niemals gut genug sein wird. Mit der Zeit – wenn immer mehr dieser Hiebe von ihm eingesteckt wurden – baut dieser Gequälte immer mehr Frust auf und der Wunsch nach Vergeltung wird in ihm aufkeimen. Ab heute wird zurückgeschlagen. „Wie Du mir so ich Dir“ und „Wer nicht verstehen will muss eben fühlen“ Der Gutmütigste, der im Andern nur das Gute sehen will – der jedoch selbst noch nicht über den Dingen stehen kann, weil ihm ebenfalls noch die nötige Reife fehlt um für sich selbst einzustehen - wird dann irgendwann einmal seine Grenzen des Ertragbaren erreicht haben und nicht mehr bereit sein können, seinerseits dieser ihn verachtenden Person weiterhin Respekt, Achtung und Gehör entgegenzubringen. Ein verhängnisvoller Kreislauf beginnt bei dem Keiner gewinnen kann. Dann, wenn eine so unfehlbar von sich überzeugte Person spürt, dass sie selbst abgelehnt wird, dann reagiert sie oft tief gekränkt. Sie versteht die Welt nicht mehr, warum ihre doch so guten Ratschläge nicht mehr hingenommen werden. Ab hier verkehrt sich das irre Spiel in das Gegenteil. Die vermeintlich so kluge und weise Person beschuldigt dann ihrerseits ihr Opfer, dass diese impertinente Person, die sie über einen langen Zeitraum belehrt, dabei aber nur verletzt und gedemütigt hat, schuld daran sei, dass die Situation sich negativ verändert hat und nun unerträglich erscheint. Sie fühlt sich in dieser neuen Situation plötzlich äußerst missbehaglich und ihre so strahlende Sonne verdunkelt sich mit der Zeit ohne das sie weiß warum. Sie will wie gewohnt um sich schlagen, verfehlt jedoch ihr Ziel. Der Verletzte erklärt seine neue Verhaltensweise nicht, weil er weiß, dass ihm ja doch nicht zugehört wird. Er verletzt nun den Verletzenden, bis keiner von Beiden mehr erkennen kann oder will wie diese Missverständnisse überhaupt entstanden sind. Dies kann zu einer Endlosschleife werden wenn nicht endlich einer der Streithähne beginnt über sich selbst nachzudenken. Ohne sich jedoch nicht immer wieder selbst zu reflektieren, zu hinterfragen und zu beobachten werden Menschen nicht lernen und auch nicht erkennen können welchen Schaden sie eigentlich durch ihre negative und oftmals beleidigende Verhaltensweise anrichten. Wenn sie allerdings ihr Gegenüber als Spiegel erkennen und sich fragen was ist denn da los? dann haben sie die Chance eine neue Erkenntnis zu erlangen. Über diese Gelegenheit des Lernens sollten sie dankbar sein. Dieses geschilderte Fehlverhalten ist leider unter Menschen noch so sehr an der Tagesordnung, dass es nicht als die Wurzel allen Übels erkannt wird. Wenn die Achtung und Anerkennung untereinander fehlt wird es immer wieder zu Reibereien kommen. Es gehört allerdings Einsicht, der absolute Wille zum Guten, Fleiß, Ausdauer und Scharfblick dazu, um dieses Übel bei sich und somit in der Welt endlich zu beseitigen. Achtsamkeit ist das Zauberwort. Mit der Zeit kann man jedoch lernen über den Dingen zu stehen ohne auf Andere herabzusehen oder Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Kein Mensch kann von sich behaupten unfehlbar zu sein. Um jedoch sein Wesen zu vervollkommnen ist es unabdingbar, dass jeder bei sich selbst anfängt und beginnt, sich und auch sein Gegenüber als gleichberechtigtes Wesen zu achten und entsprechend zu behandeln. Wir alle sollten uns an unsere göttliche Herkunft erinnern. Nur wer bereit ist alles zu verstehen und sich wirklich auch selbst verbessern will, kann sich und damit die Welt zum Guten verändern. ******************* Es ist allerdings immer leichter ein allgemeines Problem anzuprangern und zu schildern als es bei sich zu erkennen, zu bearbeiten und zu erlösen. Fakt ist: Ausnahmslos jeder Erdenmensch - auch wenn er dies nicht glaubt - hat ein unerlöstes Erbe aus seiner Vergangenheit. Ob dies nun aus seiner Kindheit stammt oder aus einem früheren Leben. Ob ihm dies nun bekannt ist oder in seinem Unterbewusstsein schlummert. Seine Erfahrungen bestimmen sein Verhalten. Aus diesem Grund haben wir ja diese vielen unerlösten Probleme im Miteinander. Wir alle sind problembehaftete Leidgenossen, doch wir sollten uns und Andere nicht verurteilen, sondern nach Lösungen suchen. Dies jedoch immer auf gleicher Augenhöhe. Durch immer wiederkehrende Probleme derselben Art kommen wir zu der Einsicht, dass wir unsere dunkle Seite nicht erlösen durch wegschauen und nichts tun. Unsere Problem-Blockaden werden uns solange auf dem Tablett serviert werden bis wir sie annehmen und auflösen. Sie laufen uns hinterher ob wir dies wollen oder nicht. Also ist es klüger sie zu erkennen und zu durchschauen als auf bessere Zeiten zu hoffen. Jedes Problem hat einen Spiegel und den sollten wir uns lange und ganz genau ansehen. Wir haben uns schon als Kind durch Beobachtung eine erfolgversprechende Überlebensstrategie zugelegt und diese als Erwachsener immer mehr ausgebaut. Je nach Temperament hat der eine mehr Raffinesse entwickelt als der andere. Dies wurde dann zur Ausgangssituation ob man zum Täter oder zum Opfer wurde. Auf diesem Planeten war das „über den Dingen stehen“ immer Lebens-notwendig denn wir sind in 3D der Schwerkraft ausgesetzt und Schwerkraft ist Negativität bzw. Dunkelheit. „Nur der Stärkere überlebte“ war in dunklen Zeiten die Parole. Der Schwächere wurde immer unterdrückt. Wir können dieser Schwerkraft jedoch nur entfliehen wenn wir unser Licht vermehren. Solange, bis eine Zeit kommt in der das Licht mehr Kraft hat als die Dunkelheit. Diese Zeiten sind bereits angebrochen, alles hat sich nun geändert, nur wir haben es noch nicht bemerkt und tun immer noch so als wären wir getrennt voneinander und miteinander in ständiger Konkurrenz. Dies kostet unnötig Energie, wird aber wohl noch eine Zeit so gehen, denn alte Muster sind nur schwer abzulegen. Als Überlebens-Stratege verhält sich jeder von uns nach einem bestimmten erlernten und bewährten Muster. Es ist die angenommene Verhaltensweise die dem Einzelnen den meisten Erfolg, den größten Vorteil, das meiste Ansehen, die meiste Liebe oder die meiste Macht brachte. Dies jedoch ist immer versteckte Manipulation. So will jeder von uns in anderer Weise die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, z.B. indem er ständig zu allem ja sagt, um etwas bettelt, ungeduldig drängelt und nörgelt, lieb Kind spielt, versucht witzig zu sein, alle unterhält oder beschimpft, Mitleid erregt indem er sich krank und schwach stellt, wie besessen lernt um klüger zu erscheinen, glaubt gutes Aussehen oder Muskelkraft bringen ihn weiter, andere immerzu maßregelt, andern den Schneid abkaufen will, der es allen beweisen muss was er so drauf hat indem er reich und/oder berühmt wird oder sich gehen lässt weil er sich aufgegeben hat. Dies sind nur einige Beispiele von Mangelbewusstsein. In allen Fällen jedoch geht es um unsere Urängste, nicht genug Liebe, Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen. Der Mangel an Selbstliebe und die Abhängigkeit von der Meinung Anderer sind dabei unsere größten Wiedersacher. Gezielte Mangelbeseitigung ist darum auch so wichtig. Wir sollten diese Schutzmechanismen erkennen und wieder abbauen, denn sie bringen uns jetzt nicht mehr weiter. Wenn wir unsere wahre Macht und Kraft annehmen, brauchen wir keine Schilde oder Masken mehr. Dieses von uns so ersehnte Meisterbewusstsein stellt sich jedoch leider nicht von selbst ein. Wir müssen uns beständig selbst erforschen um uns zu erkennen. Vor allem müssen wir stetig an uns arbeiten. Wie Jesus schon damals zur Tat aufrief indem er sagte: „Mensch erkenne Dich selbst“ Alle Masken und Waffen müssen abgelegt werden. Doch alles was wir ablegen, müssen wir mit Selbstvertrauen, Selbstwert, Selbstliebe und Nächstenliebe ersetzen. Tun wir dies nicht, fehlt uns das Fundament und wir sinken immer wieder zurück in unsere alten Muster/Laster. Halbherzigkeit erzeugt keinen dauerhaften Erfolg und bringt auch keinen inneren und äußeren Frieden. Im geschilderten Fall hat der Verletzte zu wenig Selbstliebe und Selbstvertrauen und lässt sich alles gefallen, er stellt eine falsche Opferhaltung/Schwäche zur Schau und der Austeilende hat zu viel Machtanspruch und Selbstkontrolle und lässt darum keinen anderen Standpunkt zu und stellt damit eine falsche Macht/Stärke zur Schau. Der Verletze fühlt sich wertlos und lässt sich unterdrücken und der Austeilende glaubt immer der Stärkere sein zu müssen. Indem er Austeilende vorgibt der Klügere oder Schlauere zu sein, wähnt er alles unter Kontrolle. Besserwissen ist Macht, denkt er und diese Macht schützt ihn. Seine Vorherrschaft muss aber immer wieder neu von ihm erkämpft werden. Wenn es sein muss, dann wird der Gegner eben solange in den Boden gestampft bis er verstanden hat oder aus Angst schweigt. Der Austeilende lässt keine Verletzungen bei sich zu, darum erkennt er auch die Probleme des Verletzten nicht und versteht ihn auch nicht. Wenn er jedoch selbst attackiert wird und aus seiner Mitte fällt, kann es leicht sein, dass er einen Nervenzusammenbruch erleidet denn er ist innerlich zu starr um dagegen zu steuern. Er hat keine Strategie aufgebaut, für den Fall dass er versagt, denn er ist ja völlig von sich überzeugt. Tritt dieser Fall jedoch unerwartet ein, dann ist er plötzlich gar nicht mehr so stark wie er tut. Dies ist dann oft ein jämmerlicher und bemitleidenswerter Anblick. Im schlimmsten Fall kann er dabei sogar sterben. Diese Menschen haben oft Asthma oder ein Herzleiden. Der Verletze jedoch kennt bereits alle Schmerzen und Demütigungen, doch wenn er beginnt sich aufzubäumen dann kann es sein, dass er ungerecht wird und kein Gras mehr wächst wenn er zurückschlägt. Wenn er plötzlich merkt, dass er doch nicht so machtlos ist wie er glaubte, sondern auch Macht hat, dann fängt er endlich an, aufzublühen. Unterdrückte Menschen haben oft Rückenprobleme oder Kreislaubeschwerden. Wer von Beiden ist nun der Stärkere? Keiner! Beide müssen noch lernen ihre Macht richtig zu gebrauchen. Doch der richtige Gebrauch der Macht muss genauso erlernt werden wie essen mit Messer und Gabel. Müssen wir denn immer stärker, klüger, besser usw. als ein Anderer sein? Brauchen wir denn immer einen Gegner den wir bekämpfen müssen? Nein, das alles brauchen wir nicht. Wir sind bereits in jedem Augenblick vollkommen, so wie wir sind. Wir sollten erkennen, dass allenfalls nur wir selbst unser Gegner sind. Zu keiner Zeit müssen wir uns von außen unter Druck setzen lassen oder uns von der Meinung anderer abhängig machen. Wir sollten lernen einzig und allein unser Herz als Ratgeber anzuerkennen. Indem wir an uns arbeiten, unsere Schwächen anerkennen und anschauen um sie in liebende Stärke zu verwandeln, erweitern wir unser Meisterbewusstsein. Freude ist unser Erfolgsindikator. Alles was wir tun, sollte aus Freude und Neugier geschehen. Freude darüber, wie wir noch mehr Freude generieren können und Neugier darauf, wohin wir uns dabei entwickeln können. Stillstand gibt es nicht. Die eigene Macht und Größe zu erkennen und anzunehmen ist ein stetiger und oft langwieriger Prozess. Wir alle haben diese Macht schon mehrfach missbraucht und darum haben wir Angst vor uns selbst. Unsere Macht ist ehrfurchtgebietend und doch ist sie unser Geburtsrecht.
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