Artikel 08/2020

Medien und Politik

 

 

Liebe Geschwister,

 

Medien und Politik verbindet eine Hassliebe, so scheint es zumindest manchmal. Beide wollen die Bürgerschaft informieren, aber auch beeinflussen, dies geschieht bewusst und auch unbewusst jeden Tag. Aus der Sicht eines Normalbürgers nimmt dies teilweise erschreckende Ausmaße an, vor allem dann, wenn Partei ergriffen wird, um einen vermeintlichen Gegner zu verunglimpfen und ihn oder sie in der öffentlichen Meinung als unfähig oder einfach nur negativ darzustellen. Egal, um wen es sich dabei handelt, die Person wird dabei immer in ihrem Ansehen beschädigt.

 

Der Umgangston einiger Medienjournalisten und einiger Politiker lässt leider zu wünschen übrig. Ein Medienjournalist kann aus der sicheren Deckung angreifen, während ein Politiker oder ein Promi immer im Fokus steht und bei der kleinsten Entgleisung sofort attackiert wird. Es ist schon normal geworden, dass Journalisten bei Personen der Öffentlichkeit fast immer nach einem Haar in der Suppe suchen. So manche, bei einem kleinen Fehler ertappte Person, wird dann unbarmherzig an den Pranger gestellt und ihr Fehlverhalten öffentlich analysiert und breitgetreten.

 

Die Öffentlichkeit, auch über dunkle Machenschaften zu informieren ist freilich erwünscht, doch die Berichterstattung könnte doch neutral und frei von Beeinflussung sein. In Kommentaren zu einem öffentlichen Geschehen, wird einer, in der Öffentlichkeit stehenden Person, oftmals gerne unterstellt, was sie unterschwellig vorhat, welche Gedanken oder Motivation sie in Wahrheit hätte. Dies kann dann leicht zu Diffamierungen führen, denn der so Beurteilte hat dann nicht mehr die Möglichkeit, seine eigene Sicht glaubhaft darzustellen.

 

Medien haben die Macht, eine Person regelrecht zu vernichten, doch das darf nicht sein. Zu einem Ereignis erwartet der Bürger von den Medien keine Empfehlungen und auch kein Bedenklichkeitszeugnis für oder gegen eine Person oder Sache, sondern nur eine ganz einfache und neutrale Berichterstattung. Leider wird die öffentliche Meinung sehr oft, bewusst oder unbewusst, von den Medien in eine bestimmte Richtung beeinflusst.

 

Der Bürger sollte jedoch immer die Möglichkeit haben, sich seine eigene Meinung zu bilden. Manchmal sieht es leider so aus, als hielten Meinungsmacher den Bürger für unmündig und man müsste ihm sagen, wo es langgeht. Auch wenn es einigen Bürgern schwerfallen mag, eine Situation richtig zu beurteilen und einzuschätzen, so darf die Meinung dieser Personen trotzdem nicht von außen manipuliert werden.

 

Es bleibt nur zu appellieren, dass die Medien sich ihrer Verantwortung von Recht und Unrecht bewusst sind. Wie weit sie in ihrer Berichterstattung gehen, ist Charaktersache eines Journalisten oder einer Redaktion. So manchem Medienmacher jedoch sind Schlagzeilen wichtiger als Anstand und Menschlichkeit. Die Spreu vom Weizen zu trennen sollte Aufgabe einer unabhängigen Kommission sein, welche die Neutralität der Medien überwacht und einfordert. Pressefreiheit ist ein von Bürgern erkämpftes und darum wertvolles Gut, sie muss darum auch vor unlauteren Berichterstattungen geschützt werden.

 

Liebe Geschwister, der Ton in der Gesellschaft ist rau geworden, wir sollten uns jedoch nicht beschweren, denn wir alle sind daran beteiligt. Gerade darum sollten wir unser eigenes Verhalten auch immer genau beobachten, denn möchten wir es nicht so, wie in dem folgenden Spruch? „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinen andern zu.“ 

 

Wir als Gesellschaft haben wohl noch viel zu lernen. Lasst uns in Liebe damit beginnen. Wenn wir uns wieder auf unser Herz und unser Mitgefühl für alles Leben besinnen, dann werden wir auch immer nur das Rechte tun.

 

Bitte denkt darüber nach.

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