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Artikel 10/2019 Meinungsfreiheit - Was ist erlaubt?
Liebe Geschwister,
dies ist ein sehr heikles und umstrittenes Thema, denn jeder legt dieses Menschenrecht etwas anders aus. Dem einen geht alles zu weit, dem anderen geht es nicht weit genug. Grundsätzlich ist es erlaubt, eine eigene Meinung zu haben und diese auch auszusprechen, vorausgesetzt, es wird niemand in seinem Ansehen, seiner Ehre und seiner Menschenwürde verletzt. Missstände aufzuzeigen und anzuprangern sind erlaubt, sofern sie im gesetzlichen Rahmen bleiben.
Die Grenze zwischen übler Nachrede, Verleumdung und Beleidigung ist sehr dünn und wird oft nicht immer klar erkannt, weshalb es oftmals absichtlich oder unabsichtlich zu Überschreitungen kommt. Ein wütender, unbeherrschter Mensch lässt seinen angestauten Gefühlen, oftmals ohne Rücksicht auf Verluste freien Lauf. Manche üblen Zeitgenossen gehen sogar soweit, ihren Hass lautstark hinauszuposaunen, indem sie ihre Opfer wüst beschimpfen, aufs Ärgste beleidigen oder sogar bedrohen. Ihre Wortwahl bewegt sich dabei meist unter der Gürtellinie.
In der Gesetzgebung kann nicht alles Unerlaubte genau definiert werden, weshalb vieles davon Auslegungssache ist und darum willkürlich beurteilt werden kann. Gerichtsurteile fallen deshalb auch unterschiedlich aus. In der täglichen Praxis wird vieles geduldet und nicht strafrechtlich verfolgt, was die Übeltäter glauben macht, sie könnten sich alles erlauben.
Das Internet und die sozialen Netzwerke sind eine Plattform für Informationen aller Art und werden darum, auch von Menschen mit niederer Gesinnung, für die Verbreitung ihrer menschenverachtenden Parolen missbraucht. Diese Feiglinge versuchen anonym zu bleiben oder unter falschen Adressen zu agieren, wenn sie ihren geistigen Mist ungezügelt über das Netz ausschütten. Sie glauben, sie könnten sich im Schutz der Dunkelheit so richtig austoben. Diesem Treiben muss freilich dringend Einhalt geboten werden. Der Gesetzgeber ist in der Pflicht, die Bürger vor diesen verbalen Angriffen zu schützen.
Es ist wichtiger denn je, dass jeder Mensch seine Menschenrechte und Pflichten kennt, damit Unrechtsgedanken erst gar nicht aufkommen. In der Öffentlichkeit, muss diesem Thema mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, damit auch jeder darüber aufgeklärt ist, was er sich erlauben kann und was nicht. Rechtsunterricht muss zu einem Pflichtfach in allen Schulen werden. Übeltäter brauchen neben ihrer Strafe und Rechtsbelehrung auch eine Schulung in Menschenrechte. Mit immer mehr Freiheit geht auch immer mehr Eigenverantwortung einher. Wer mehr Freiheit fordert, muss auch willens sein, geltendes Gesetz zu achten und einzuhalten.
Liebe Geschwister, in unserer Gesellschaft läuft so einiges nicht rund. Viele kennen ihre Bürgerrechte und Pflichten nicht so genau, weshalb sich einige auch schwer tun, die Regeln des Anstandes und des Gesetzes einzuhalten. Nehmt jedoch nicht alle Regelverstöße hin, wenn es um euer persönliches Recht geht. Bleibt immer achtsam und aufmerksam darüber, was um euch herum geschieht. Seht auch nicht weg, wenn die Menschenrechte eines anderen verletzt werden. Was in unserer Gesellschaft passiert, geht uns alle an, es geht um unsere Freiheit.
Bitte denkt darüber nach.
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