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Artikel 09/2020 Bedingungsloses Grundeinkommen für alle
Liebe Geschwister, eine skurrile Idee, die immer wieder in die Schlagzeilen kommt und kontrovers diskutiert wird.
Vielleicht interessiert euch das Thema auch. Wie stellen sich die Verfechter dieser Idee dieses Grundeinkommen vor? Sollten es 500, 1000 oder mehr monatlich sein? Wäre sie dann auch so sicher wie die Rente oder sollte sie gar die Rente ersetzen? Ab welchem Alter bestünde ein Anspruch? Bekämen Millionäre auch diesen Betrag? Grundeinkommen für alle, würde doch heißen, dass jedes Neugeborene ab dem ersten Tag einen Anspruch hat. Oder nicht?
Oh, welch ein Traum, welch ein Schlaraffenland, wer hätte da nicht gerne so eine sichere Geldquelle, bei der nichts weiter zu tun wäre als monatlich den Scheck abzuholen. Die überzeugten Befürworter dieser Idee glauben, dass, wenn es eine Grundsicherung gäbe, die Armut ein Ende hätte und die Menschen - weil ganz ohne Druck - viel entspannter und kreativer arbeiten könnten. Ihr Wort und ihr Glaube in Gottes Ohr.
Ich würde dieses Geschenk auch gerne annehmen, doch mich dann noch mit ungeliebter Arbeit und unzufriedenen Arbeitskollegen abzuplagen, käme für mich dann keinen weiteren Tag mehr in Frage. Dabei hätte ich auch so gar keine moralischen Bedenken, den ganzen Tag auf der faulen Haut zu liegen, denn der Anspruch auf die Grundsicherung wäre ja bedingungslos. Ich würde nur noch das machen, was mir Spaß macht und sollte sich – falls ich doch arbeiten würde - keiner für meine Kreationen interessieren, hätte ich auch kein Problem damit.
Doch bei aller Liebe, ich fürchte, dass dann viele ebenso denken würden wie ich und kein Geld mehr in die Staatskasse fließen würde. Das wäre dann wohl auch das Aus für das Grundeinkommen. Doch bei aller Skepsis, lasst uns einmal das Kontra und Pro dieses Grundeinkommens etwas genauer durchspielen.
Kontra: Die meisten Lösungen und Ideen entstehen doch nur, wenn der Mensch vor großen Herausforderungen steht und er sein Leben verbessern möchte. Die wirklich großen Erfindungen und Innovationen blieben jedoch aus, wenn sich keiner mehr überlegen müsste, wie er zu Geld kommen könnte. Die Arbeitsmoral eines Arbeiters oder Angestellten wäre bei Zero, sobald ein Vorgesetzter seine Arbeitsleistung kritisieren würde. Wo bliebe denn dann das erhoffte Vergnügen an der Arbeit? Ob sich durch diese Finanzspritze auch die Zufriedenheit der Menschen groß ändern würde, bezweifle ich. Geld beruhigt zwar, doch es macht nicht gleich glücklich.
Die Menschheit würde im Laufe der Zeit degenerieren, denn eine geistige Leistung wäre zum Überleben nicht mehr nötig. Die Folge wäre der Verfall des Gehirns, denn wer bitte würde sich denn noch zu einer außergewöhnlichen körperlichen oder mentalen Leistung motivieren lassen, wenn Arbeit nicht mehr notwendig ist? Eine weitere Folge wären fehlende Arbeitskräfte in allen Produktionsbetrieben, gerade an Arbeitsplätzen, bei denen körperliche Höchstleistungen nötig sind. Wer ruiniert denn schon freiwillig seine Gesundheit? Und was würde aus den Bereichen werden, in denen schwere reale Arbeit erforderlich ist?
Wer würd noch in den Bereichen Wohnungsbau, Landwirtschaft, Bergbau, Energie-Strom-Wasser, Müllentsorgung, Reinigungsarbeiten, Textilindustrie, Arzneimittelherstellung, Pflege, Schulen, usw., arbeiten wollen? Wer nicht auf Arbeit und Lohn angewiesen ist, arbeitet doch nur noch zum Vergnügen und kann dann auch seinen Lohn selbst bestimmen, was dann natürlich auch die Verbraucherpreise in die Höhe schnellen lassen würde. Die Grundsicherung wäre bald nur noch ein Trinkgeld und würde zum Leben nicht mehr reichen. Am Ende gäbe es noch mehr Armut, weil sich keiner mehr das Leben leisten könnte.
Pro: Einige Vorteile sähe ich dennoch in dieser Idee, nämlich dass die Gier der Menschen nach immer mehr nachlassen würde, wenn der Leistungsdruck, nur durch Arbeit überleben zu können, fehlen würde. Der ewige Wettlauf nach Leistungs- und Konsumsteigerung käme zum Stillstand, was auch der Natur dienen würde. Wenn die Nachfrage nach Konsumgütern ausbleiben würde, wäre der derzeit stattfindende ungezügelte Fortschritt auch nicht mehr nötig. Konkurrenzdenken, Leistungsbeurteilung und Neid fielen weg. Oh ja, es wäre eine schöne Welt. Was aber ist mit der Langeweile?
Fazit: Auch wenn ich als Spielverderber gelte, ich halte diese schöne Idee leider nicht für durchführbar. Vielleicht in 100 Jahren, wenn es dann noch Geld gibt.
************** Hier ein Beispiel, wie das finanziell bei einer Durchschnittsfamilie aussehen würde: Vater, Mutter, zwei Kinder, Opa und Oma jeder bekommt z.B. je 1000 Euro, macht im Monat satte 6.000,-- Euro, Dazu kommen noch Rente, Kindergeld und andere Vergünstigungen. Dies ist Kohle satt, da braucht keiner mehr arbeiten. Wer Millionär werden will, schafft es mit 10 Kindern schneller. Ob da noch einer richtig arbeiten will? Vermutlich würden sich die Eltern vermehrt um ihre Familienplanung kümmern. Im Staatshaushalt macht dies bei 80 Mio. Einwohnern 80 Milliarden monatlich, 960 Milliarden p.A. **************
Kann das der Staat ohne Arbeitnehmer und ohne Steuereinnahmen stemmen? Haben die Erfinder der Idee des Grundeinkommens dies alles auch durchdacht und durchgerechnet? Sich solch eine Idee schönzureden oder gar umzusetzen birgt die große Gefahr, dass das Gewünschte nach hinten los geht. Ein Leistungssystem, wie es weltweit gehandhabt wird und über Jahrtausende gewachsen ist, umzustellen, würde endlose Stellschrauben in allen Lebensbereichen erfordern und am Ende nur mehr Schaden als Nutzen bringen. Leider gäbe es noch zahllose weitere Argumente, die gegen dieses bedingungslose Grundeinkommen sprechen würden. Ich glaube, diese Idee bleibt ein unerfüllbarer Traum. Oder liege ich nur falsch, mit meiner pessimistischen Einschätzung?
Liebe Geschwister, die gebratenen Tauben werden uns wohl in Zukunft auch nicht in den Mund fliegen. Träume sind ja trotzdem erlaubt und ein Lächeln ebenfalls. Schön wäre es schon.
Denkt mit einem Lächeln darüber nach.
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