Gleichmut

 

Gleichmut entwickelt sich zusammen mit der Unterscheidungsfähigkeit erst nach langer Praxis der Tugenden. Das Gegenteil davon ist Hochmut und kommt häufig sogar noch zu Beginn der spirituellen Entwicklung vor, nämlich dann, wenn der Schüler glaubt er hätte erste Erfolge erzielt, müsste Andere mit seiner neugefundenen Wahrheit überschütten und wäre ihnen damit voraus. Dies jedoch zeugt von seinem noch naiven Anfängerübereifer auf einer niederen Entwicklungsstufe. Mit zunehmender Erfahrung wird er dann schnell seinen Irrtum bemerken und ihn korrigieren.

Der Schüler, der wahrhaftig auf dem spirituellen Pfad ist, wird erkennen, dass Hochmut und Stolz ihn nicht weiterbringen sonder auf seinem Weg behindern. Er wird bemerken, dass jeder Mensch ein göttlicher Ausdruck und ihm gleichgestellt ist. Es gibt nichts was den Einen vom Andern unterscheiden sollte und ihn zu einem „besseren Menschen“ machen würde. Ob Penner oder Weiser, Gott ist Gott in jedem seiner Ausdrücke. Wer diese Wahrheit schließlich verinnerlicht hat, wird jeden Menschen als Bruder/Schwester sehen und ihn/sie gleichermaßen wie sich selbst, auch mit seinen Schwächen, achten.

Das Ego jedoch ist ein Meister in der Selbsttäuschung und darum ist es angebracht immer wieder in seinem eigenen Verhalten nach Spuren dieses menschlichen Übels zu forschen um es zu erlösen. Denn nur mit reinem Herzens kann das innere Licht auch im Gegenüber erkannt und auch alles sonstige Geschehen mit Gleichmut betrachtet werden. Für das eigene spirituelle Wachstum ist es nicht förderlich, im Andern ständig nur das Unvollkommene aufdecken zu wollen, denn kein Mensch ist vollkommen. Wer es schafft, auch die Fehler eines Anderen mit Gleichmut zu betrachten, ist mit sich selbst im Reinen, bleibt immer gelassen und lebt im inneren Frieden.

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