Artikel 10/2020

Der Zustand der Gesellschaft

 

 

Liebe Geschwister,

 

die Gesellschaft umfasst alle Bürger eines Landes und im Großen auch die Menschheit insgesamt. Wie es um eine Gesellschaft gestellt ist, spiegelt sich besonders in den Außenbereichen wider. Alle Vergessenen und Verstoßenen, die in der Gosse leben müssen, zeugen von Egoismus, Rücksichtslosigkeit, Unterdrückung und Herzlosigkeit der Wohlhabenderen in der Gesellschaft. Jeder der tatenlos zusieht, wie Menschen hungern und leiden, macht sich - bewusst oder unbewusst - schuldig. Wer hingegen etwas zum Guten verändern will, darf nicht mehr zusehen.

 

Das Leben auf der Erde ist nicht leicht. Jeder muss sich seinen Lebensunterhalt verdienen. Wer dies nicht kann, wird meist sich selbst überlassen. Friss oder stirb, lautet oftmals das herzlose Motto. Doch das Leben am Rande der Gesellschaft schwört Ungemach für alle herauf. Um jedoch diese menschenunwürdigen Lebensumstände zu beseitigen, müssen verändernde Maßnahmen eingeleitet werden. Die Politik hat den größten Hebel dafür. Einzelne mit gutem Willen, die helfen wollen, können die Not in der Gosse nicht nachhaltig lindern. Die große Masse der Bürger könnte zwar den nötigen Druck auf die Politiker ausüben, hat jedoch selbst mit sich zu kämpfen und darum keine zusätzliche Kraft, sich auch noch für die Ärmeren einzusetzen.

 

Inzwischen gibt es jedoch so viele reiche Leute wie noch nie, die ihr überschüssiges Geld dafür verwenden könnten, die Armut zu beseitigen. Doch statt zu helfen, betten sie sich lieber in verschwenderischem Luxus. Bittere Armut und grenzenloser Reichtum sind ein Armutszeugnis der Gesellschaft. Dieses Ungleichgewicht jedoch mit Gewalt auszugleichen ist nicht die Lösung, sondern brächte nur noch mehr Ungerechtigkeit hervor. Heute herrscht vorwiegend Egoismus in den Köpfen der Masse. Dieses Denken jedoch muss sich in ein verantwortungsvolles Gemeinschaftsdenken verwandeln. An dieser Stelle könnte mit etwas Aufklärung nachgeholfen werden.

 

Ein Umdenken jedoch kann nur freiwillig stattfinden und darf nicht erzwungen werden, denn jeglicher Zwang ist kontraproduktiv. Der Mensch ist das Produkt seines Denkens und Fühlens und da er einen freien Willen hat, braucht er auch Zeit für die wichtige Entscheidung, einen Teil seiner Vermögenswerte freiwillig zu spenden. Jeder Mensch braucht Zeit, um den richtigen Weg zu finden. Wer jedoch nicht abwarten kann und versucht, das Gute mit der Brechstange zu erzwingen, wird bittere Rückschläge erleiden und das würde die Leidenszeit der Armen nur verlängern. Nur Einsicht und Freiwilligkeit bringt auf Dauer den Erfolg.

 

Bitte denkt darüber nach.

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