Teils überholter Artikel 08/2020

Das gelobte Land

 

 

Liebe Geschwister,

 

große Teile der Welt leben in Saus und Braus, oder lebten so, bis Corona kam. Die Regierungen der reichen Länder bemühten sich nach dem ersten Lockdown um Aufbaupläne, um die am Boden liegende Wirtschaft, mit Billionen Zuschüssen wieder anzukurbeln. Die Politiker wollten um jeden Preis den Zustand von vorher wieder herstellen. Dabei ist Corona noch nicht wieder weg. Die Pandemie wütet weiter und auch der Wirtschaft geht es nicht so gut wie erhofft, denn auch die Talsohle ist noch nicht erreicht. Die Menschen  haben zwar noch Geld, jedoch Angst, um es zu investieren, denn die Arbeitslosigkeit und die Pleiten sind noch am Steigen. Bei allem zur Schau gestelltem Optimismus bleibt die Zukunft ungewiss.

 

Wer hätte gedacht, dass auf dem Höhepunkt der Verschwendungs- und Konsumsucht ganz unerwartet Corona vorbeikommt und das Wirtschaftswunder verdirbt? Jeder freute sich schon auf weiter steigende Wachstumsraten und jeder sah sich schon als Millionär. Nun ist die Enttäuschung groß und keiner will wahrhaben, dass es nun erstmal bergab geht. Mit der Kaufkraft könnte es vielleicht auch bald vorbei sein, was wiederum Auswirkungen auf die Wirtschaft hätte. Wer sich teure Anschaffungen leistet, könnte Verluste machen. Es ist also Vorsicht geboten. Vermutlich müssen wir alle kleinere Brötchen backen.

 

Unser Wohlstand kann nur durch Wirtschafts- und Konsumsteigerungsraten aufrechterhalten werden. Die Stimmung im Land ist darum sehr angespannt, denn der Wohlstand ist in ernster Gefahr. Bis dato machte sich kaum jemand Gedanken, auf wessen Kosten dieser Boom eigentlich ging. Über den Ressourcenverbrauch, den Raubbau an der Natur und die Ausbeutung der Billiglöhner wurde stillschweigend hinweggesehen. Die Gier nach mehr ließ die Verschwendungssucht in sagenhafte Höhen schnellen. Nun kam es, wie es kommen musste, wenn der Mensch nicht hören will, muss er eben fühlen.

 

Wir alle haben uns an der Natur schuldig gemacht. Rücksichtslosigkeit und Gleichgültigkeit nehmen erschreckend zu. Die Gewaltbereitschaft steigt und Sodom- und Gomorrha-ähnliche Zustände breiten sich ebenfalls allerorten aus. Wenn die Moral sinkt, beginnt der Verfall. Nostradamus lässt grüßen. Wir brauchen uns nicht zu beklagen, denn dies alles ist Menschengemacht.

 

Liebe Geschwister, wenn wir jetzt noch nicht begriffen haben, dass wir unser Verhalten ändern müssen, werden noch mehr Heimsuchungen auf uns zukommen. Die Zeichen sind schon sichtbar, leider ist dies kein übertriebener Pessimismus. Bei bald acht Milliarden Menschen wird es allerdings schwer, die Kurve noch zu kriegen. Unser Unverstand hat Corona erschaffen, zu welchen weiteren verhängnisvollen Schöpfungen sind wir noch fähig? Ist es zur Umkehr etwa schon zu spät?

 

Wer kann da noch von einer heilen Welt träumen?

 

Noch wollen Menschen aus ärmeren Ländern am Wohlstand des gelobten Landes Europa teilhaben oder sie ziehen dorthin, wo es sich noch gut leben lässt. Wäre es da nicht sinnvoller, im Land der Väter eigenverantwortlich friedvolle Ordnung und Wohlstand zu schaffen, als den eigenen Konflikt in die Welt hinauszutragen? Was ist, wenn auch da alles in Aufruhr gerät und der Überlebenskampf am Toben ist? Armageddon ist dann wohl unausweichlich.  

 

Oh Gott, oh Gott, lass es nicht soweit kommen. Da hilft wohl nur noch beten.

Bitte denkt darüber nach.

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