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Artikel 09/2020 Geld regiert die Welt
Liebe Geschwister, mit diesem Thema möchte ich euch nur zu einem kleinen Gedankenspiel anregen.
Nichts ist so gefragt wie das Geld. Jeder Mensch wünscht sich Wohlstand und möglichst auch einen größeren Reichtum, um das Leben in vollen Zügen genießen zu können. Geld ist die Nummer eins im Leben – ob man daran glaubt oder nicht – ohne Geld geht nichts. Dafür wird fast alles getan. Wer es dann – durch was auch immer – zu Vermögen gebracht hat, ist versucht, noch mehr daraus zu machen. Ob der Antrieb zur Geldvermehrung nun Gier oder einfach nur die Freude am Spiel ist, er kann schnell zur Sucht werden. Kaum einer kann sich davon freisprechen. Der Run auf das Geld ist enorm verlockend, denn es lässt sich fast alles damit erreichen. Ob materielle Güter, Macht, Ansehen oder Einfluss – alles kostet Geld und davon können manche nie genug bekommen.
Geld kann zum Segen oder zum Fluch werden, je nachdem, was und wie hoch der Einsatz ist. Geld bringt das Gute wie das Schlechte im Menschen zum Vorschein. Mit Geld kann man alles kaufen, ja sogar Menschen. Wer Geld haben möchte, muss eine Gegenleistung dafür erbringen, gewöhnlich durch körperliche oder geistige Arbeit. Doch auch wer kein Geld verdienen will, kann ohne Geld nicht überleben. Notfalls muss er um Geld betteln, ob beim Sozialstaat oder auf der Straße.
Alles was ein Mensch erwerben will, muss mit Geld bezahlt werden, egal ob Güter oder welche Dienstleistungen er auch in Anspruch nimmt. Der Gesundheitsdienst, ja sogar die Seelsorge müssen bezahlt werden. Sogar Geschenke haben Geld gekostet. Nur der Freiwilligendienst ist kostenlos, doch auch der kann nur geleistet werden, wenn der Anbieter genug Geld für sich zum Leben hat. Dem Einfluss des Geldes kann kein Mensch entfliehen. Der Staat verlangt Geld. Jedes Fleckchen Erde, auf dem man steht, hat ihren Besitzer, der gewöhnlich Benutzungsgebühren verlangt. Auch Kriege kosten Geld. Es ist also nicht verwunderlich, wenn alle Welt dem Geld hinterherjagt. Doch was macht das Geld aus uns?
Unsere Einstellung zum Geld macht den Unterschied. Wie viel davon brauchen wir? Wann haben wir genug? Wenn uns unser erworbenes Geld unabhängig macht und für den Rest unseres Lebens reicht, dann wäre doch eine gesunde Grenze der Bedürftigkeit erreicht – oder nicht? Das möchte man meinen, doch so einfach ist es manchmal nicht, denn was der eine hat, möchte vielleicht auch ein anderer. Die Angst, sein Geld wieder zu verlieren, ist also in jedem Menschen verankert. So ist es auch nicht verwunderlich, nach immer mehr Geld Ausschau zu halten.
Das Menschsein ist leider schwieriger als man glauben möchte, denn als Mensch ist man ständig gezwungen, sein Überleben zu sichern. Er muss kreativ bleiben und sich ständig Neues einfallen lassen. Ob der Einfluss des Geldes jemals schwindet? Vermutlich ist das auf absehbare Zeit nicht möglich, denn als Mensch sind wir vielen Zwängen und Beschränkungen unterworfen. Das einzig freie ist unser Geist – mit ihm können wir wenigstens zeitweilig den irdischen Grenzen entfliehen.
Mit Geld können wir alles kaufen, doch unsere Seele sollten wir nicht verkaufen.
Bitte denkt darüber nach.
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