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Artikel 05/2020 Die Geister die wir riefen
Liebe Geschwister,
was ist aus unserer Welt geworden? Eigentlich könnten wir doch stolz auf uns sein, denn wir schufen blühende Landschaften, technologische Neuerungen, vernetzte Datenhaltung, soziale Medien, und, und, und. Unsere Zukunftsträume bauen wir immer weiter aus. In unserem Alltag und unserer Umwelt spielt der digitale Fortschritt bereits eine immense Rolle, der wir uns kaum noch entziehen können.
Wir (wer ist wir?) beherrschen mit künstlicher Intelligenz beinahe schon die ganze Welt. Der Mensch ist gläsern geworden, denn jeder Schritt und jeder Pups kann beobachtet werden. Wenn wir aus der Rolle fallen, wissen unsere Wächter jederzeit, wo wir uns aufhalten und können uns sofort aufspüren, um uns zur Rechenschaft zu ziehen.
Das nennen wir dann Fortschritt und machen bei allem freudig mit. Wir glauben wohl, wenn wir alles wissen und alles kontrollieren können, dann ginge es uns besser. Jeder Handgriff an unseren Arbeitsplätzen ist bereits präzise vorgegeben, damit wir keine unnötige Zeit bei der Arbeit verschwenden. Unser Fleiß wird von Robotern bewertet und sollten wir den Anforderungen nicht genügen, werden wir wie Ersatzteile ausgewechselt. Alles wird beobachtet und gesteuert, sodass wir selbst nicht mehr denken müssen. Unsere Zukunft ist somit gesichert.
In welchem Film befinden wir uns eigentlich?
Ist diese unsere Zukunft schon besiegelt? Sind wir nur noch gesteuerte Marionetten? Wollten wir wirklich so leben und ist diese Zukunft für die Menschheit erstrebenswert? Können wir diesem Fortschritt noch entkommen oder haben sich die Geister, die wir riefen, schon selbständig gemacht und beherrschen uns bereits?
Der Fortschritt ist unaufhaltsam und auch erstrebenswert, wenn der Mensch jedoch keine eigenen Entscheidungen mehr treffen kann, wo bleibt da unser freier Wille? Wenn wir die Richtung, in die wir gehen wollen, nicht mehr selbst bestimmen können, sind wir Gefangene unseres Fortschritts.
Wollen wir das?
Die Zukunft hat schon begonnen. Nun kommt es darauf an, wohin sie uns bringt. Liebe Geschwister, unsere Entscheidungen sollten wir nicht andern überlassen, doch wenn wir es verschlafen, uns unsere Selbstbestimmungsrechte zu sichern, sind wir fremden Mächten schutzlos ausgeliefert, denn der Rahmen unserer persönlichen Freiheit, in dem wir uns bisher bewegten, wird durch die technologischen Möglichkeiten enorm beschnitten und eingeschränkt. Es geht also um unsere Freiheit und um unsere Persönlichkeitsrechte, denn wer die neue Technologie besitzt, der kann mit uns machen, was er will.
Bitte denkt darüber nach, wohin die Reise gehen soll.
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