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Artikel 10/2020 Erkenne Gott im Nächsten
Liebe Geschwister,
wer den spirituellen Weg gehen möchte, muss etwas Bedeutendes verstanden haben. Er muss erkannt haben, dass es einen Schöpfer gibt, der in Allem-was-ist existiert. Wir Menschen gehen gewöhnlich unbewusst durchs Leben, wir urteilen und werten, wir klagen an und beschimpfen unseren Nächsten, wenn dieser etwas falsch gemacht hat. Das alles ist menschlich, doch mit diesen selbstgefälligen Anklagen wird die Welt nicht besser.
Wenn wir uns eine heile Welt wünschen, müssen wir bei uns selbst anfangen. Wir selbst müssen den Willen zum Guten in uns entwickeln und Gott auch im Nächsten sehen. Es bewirkt nichts, nur in der Kirche oder Moschee zu beten, wenn wir im nächsten Augenblick unsere Mitmenschen diskreditieren, abwerten oder ausgrenzen. Wir müssen aufhören, über alles und jeden schlecht zu denken oder schlecht zu reden, denn dieses Verhalten zieht uns und die Welt nur noch weiter nach unten. Durch Hass oder Verachtung kann sich nichts zum Guten verändern.
Natürlich ist es notwendig, die Welt so zu sehen, wie sie im Augenblick ist, doch wer sich dabei am vorhandenen Unrecht beteiligt und sei es nur durch Zustimmung, verstärkt die schon vorhandene Negativität auf der Welt. Es nützt auch nichts, sich in spirituellen Kreisen zu bewegen, wenn sich im Innern nichts zum Guten bewegt. Wer sein Innerstes nicht ernsthaft läutern will, braucht sich erst gar nicht mit Spiritualität beschäftigen. Viele spirituell Interessierte, die von Medium zu Medium wechseln, stehen noch am Anfang ihrer Suche, sie möchten in erster Linie nur etwas über ihre Zukunft erfahren, was als nächstes ansteht, wie sie dieses oder jenes Problem lösen oder wie sie ihren Traumpartner endlich finden können.
Das jedoch hat nichts mit echter Spiritualität zu tun. Den Gott im eigenen Innern zu finden ist das Ziel jeder spirituellen Suche. Wer Gott im Innern finden will, muss sein Verhalten nach dem Licht ausrichten. Auf diesem Weg findet er auch die wahre Liebe, die ihm rechtes Verhalten lehrt. Wer sich jedoch nur oberflächlich mit Esoterik und Religion im herkömmlichen Sinne beschäftigt, ist noch lange kein spiritueller Sucher.
Den Splitter im Auge des Nächsten zu sehen, jedoch den Balken vor seinen eigenen Augen zu ignorieren, beinhaltet die Gefahr, sich wie ein Fanatiker zu verhalten, der glaubt, Gott und das Gesetz zu kennen und sich darum berufen fühlt, alle Menschen, notfalls auch mit Gewalt, bekehren zu müssen. In der Vergangenheit wurde in dieser Richtung viel missverstanden und gesündigt. Wer sich nur darüber beklagt, wie herzlos und barbarisch die Menschheit doch noch ist, vergeudet seine wertvolle Zeit, sein eigenes Innerstes zu erforschen und das Übel, welches in jedem Menschen, so auch in ihm, steckt, zu erforschen und zu bereinigen.
Wir müssen begreifen, dass die Welt unser Spiegel ist, der uns zeigt, wie es in uns aussieht. Wenn wir das verstehen, dann erkennen wir auch, dass wir uns ändern müssen, um die Welt zu verändern. Es liegt an jedem Einzelnen, wie sich die Ganzheit im Außen darstellt. Nur wenn wir uns allem Leben gegenüber verantwortlich fühlen, können wir auch die Herausforderungen ohne Murren annehmen und schließlich meistern. Wir bleiben in unserer Entwicklung stehen, wenn wir weiterhin glauben, mit den Zuständen in der Welt nichts zu tun zu haben.
Wir sind ein Teil des Ganzen und auf der Welt, um etwas über uns zu erfahren und daraus zu lernen. Auf bessere Zeiten zu warten bringt unsere Entwicklung nicht voran, wir müssen schon selbst aktiv werden. Der Untätige bestraft sich nur selbst. Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott und da wir ein Teil von Gott sind, haben wir auch die Macht zur Veränderung. Dies gilt im Positiven wie im Negativen. Im Weltlichen könnten wir vielleicht dem Irrtum unterliegen, dass Negativität und materieller Wohlstand unser Ego befriedigen könnte, im Geistigen jedoch erkennen wir, dass nur Liebe zählt und nur sie unsere Bestimmung ist.
Die Masse ist leider noch voller unbewusster Egoisten, die sich nur um sich selbst drehen. Es ist noch ein langwieriger Weg, bis jeder begreift, was das Beste für ihn ist. Die Erfüllung aller weltlichen Wünsche, wird uns jedoch den inneren und äußeren Frieden nicht bringen und zu denken, der andere müsse sich ändern, bringt uns dem ersehnten Weltfrieden auch nicht näher. Alles was wir tun hat Folgen, die auf uns zurückfallen. Diesen Satz sollten wir uns genau merken und vor allem beherzigen. Aus Fehlern lernt man, so heißt es, Fehler zu machen ist darum kein Grund um aufzugeben oder uns als Sünder zu fühlen. Wir alle sind Menschen auf dem Pfad des Lernens und haben immer eine zweite Chance.
Es ist jedoch Zeit für uns, dass wir nach unseren spirituellen Wurzeln Ausschau halten, denn die materielle Seite des Lebens haben wir schon voll ausgelebt. Die Plagen, die uns derzeit heimsuchen, sollten wir als Fingerzeig sehen, dass wir uns umorientieren müssen. Um als Menschheit auf der Erde zu überleben, müssen wir uns auch der geistigen Welt zuwenden, um von dort Orientierung und Lösungen für unsere von uns selbst verursachten Probleme zu erhalten. Die Liebe zu allem Leben sichert uns unsere Existenz auf Erden. Wir sind zwar nicht von dieser Welt, doch die Welt ist auch unsere Schöpfung, die wir achten und ehren sollten. Wir sind es uns selber schuldig.
Bitte denkt darüber nach.
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