Artikel 10/2019

Diskriminierung

                                   

 

Liebe Geschwister, 

 

der Begriff Diskriminierung wird heute sehr schnell als Schimpfwort gebraucht, doch wird er auch richtig verstanden? Menschen zu diskriminieren, weil sie ein bestimmtes Geschlecht, eine andere Hautfarbe oder einen anderen Glauben haben, dürfte unter zivilisierten Menschen überhaupt kein Streitthema sein. Es müsste auch selbstverständlich sein, dass die Würde eines Menschen unantastbar ist und jeder Mensch das Recht auf eigene Entfaltung hat. In einer Demokratie kann sich jeder Mensch eine eigene Meinung erlauben und sie auch aussprechen. Doch ist das auch so? Ist da auch wirklich alles erlaubt? Wo sind da die Grenzen?

 

Zunächst sollte der Begriff Diskriminierung genauer definiert werden. Diskriminierung bedeutet Ausgrenzung und Abwertung. Überleg dir auch mal – wo grenzt du aus und wo bewertest du andere oder wertest etwas ab? Denke auch darüber nach, warum du das tust. Möchtest du in deinem Menschsein geachtet und wertgeschätzt werden? Denke weiter darüber nach, wie du dich deinen Mitmenschen gegenüber verhältst. Welche Grenzen gestehst du anderen zu? Wo sind deine Grenzen?

 

 Notwendige Einschränkungen in der freien Entfaltung werden oftmals schon als Diskriminierung eingestuft. Wer jedoch keine Grenzen kennt und seinen Mitbürgern durch ein egoistisches Verhalten schadet, dem müssen sie gezeigt werden. Einige Regeln sind darum vom Gesetzgeber vorgegeben und ihre Übertretung ist strafbar. Leider muss allzu vieles gesetzlich geregelt werden, denn ohne Regeln würde jeder sein eigenes Recht aufstellen. Es gibt leider viele ignorante Zeitgenossen mit verwirrten Ansichten, die trotz aller Gesetze keine Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen wollen.

 

Die Freiheit, sein Leben nach seinen Vorstellungen zu leben, ist ein kostbares Gut, doch sie kann durch Dummheit und Uneinsichtigkeit leicht wieder verspielt werden.

 

Es gibt jedoch keinen Menschen, der 100% korrekt wäre. Also gilt:  „Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein“. Diskriminierung ist immer gefühlsbehaftet, dies gilt für alle menschlichen Belange und ist in allen Gesellschaftsschichten ein Thema. Was ist das aber für ein Mensch, der andere diskriminieren will? Ist er etwas Besseres? Ist er ein Mitläufer und macht anderen immer alles nach? Lässt er sich von anderen aufhetzen? Denkt er nicht selber nach? Hat er keine eigene Meinung? Ist er etwa bösartig? Oder dumm?

 

Unter diesen rebellierenden Menschen sind viele sensible und intelligente Menschen, doch sie merken nicht, dass sie von ihren negativen Glaubenssätzen und ihren verzerrten Gefühlen fremdgesteuert sind. Wer innerlich schwer verletzt und enttäuscht wurde, hat den Drang, erfahrenes Unrecht an ein Gegenüber oder an die Gesellschaft weiterzugeben. Je größer der innere Schmerz, umso gewaltiger ist der innere Gefühlsstau. Er zeigt sich in Extremfällen als blanker Hass.

 

Wenn dieser Schmerz sich tief in eine Seele eingefressen hat, kann die verletzte Ego-Persönlichkeit kein inneres Licht mehr aufnehmen und will nur noch austeilen. Die Seele dieser Person ist durch angesammelte Negativität verdunkelt und der Mensch ist in seinen Gefühlen gefangen. Wenn er auch stur behauptet, dass seine hasserfüllten Handlungen sein freier Wille wären, so irrt er sich. Eine mit Negativität beladene Person kann jedoch leicht zu einer Gefahr für die Gesellschaft werden, denn er wird von seinen negativen Gefühlen gesteuert.

 

Viele Streitereien entstehen, weil der Mensch fälschlich glaubt, er hätte einen Anspruch auf Besitz, oder er könnte andere Menschen als seinen Besitz ansehen. Auch wenn wir Immobilien oder Land gekauft haben, so können wir die Erde in Wirklichkeit nicht besitzen. Auch alte überlieferte Ansichten, wie der Glaube gelebt werden müsse, sind oft der Grund für zahllose Kriege, Leid und Elend ohne Ende. Es gibt jede Menge Stoff, worüber Menschen sich sinnlos bekriegen. Jeder Streit entsteht durch ein Missverständnis und das Beharren auf ein angebliches Recht.

 

Da jedoch alle Menschen innere Verletzungen aus diesem und aus früheren Leben in sich tragen und fast jeder eine andere Meinung hat, werden meist negative Gefühle untereinander wie Pingpong-Bälle hin und her gespielt. Ein aus unterschiedlichen Ansichten entstandener Konflikt führt leider zu einer endlosen Kettenreaktion, bei dem es nur Verlierer gibt. Um das daraus resultierende Leid und Elend wieder aufzulösen, muss jeder Mensch seine Mental- und Gefühlskörper klären. Dies ist absolut notwendig und dies sollte jeder Mensch tun, wenn die Menschheit im Ganzen friedlicher werden sollte.

 

Leider gibt es nicht genügend Seelentherapeuten, die allen helfen könnten. Was ein Mensch, der dem Irrglauben verfallen ist, bräuchte, ist eine glaubwürdige und nachvollziehbare Aufklärung über seine wahre Identität, denn nur so können falsche Glaubenssätze wieder richtiggestellt werden.

 

Das Wissen darüber, dass wir alle Geistwesen sind, die in einem Körper auf Zeit inkarnieren, brächte allein schon mehr Klarheit im Denken. Aus diesem Wissen resultiert logischerweise, dass wir keinen Anspruch auf die Erde oder irgendetwas haben. Wir sind vergänglich und können nichts wirklich besitzen. Geburt und Tod sind Fakt. Die Menschen haben das wohl auch vergessen oder verdrängt.

 

Denke auch mal über deine eigene Vergänglichkeit nach.

 

Ohne ein Grundlagenwissen über sich selbst und seine Psyche kann der Mensch nicht folgerichtig denken und handeln und im menschlichen Zusammenleben kann sich auch nichts ändern. Um jedoch schon Kinder aufzuklären und zum richtigen Denken anzuleiten, braucht es nicht unbedingt einen Religionsunterricht, denn das Wissen um die Einheit allen Lebens ist an keine Religionslehre gebunden. Weder ein Staat, noch irgendeine Kirche hat darauf ein Monopol. Eine Mitgliedschaft in einer Glaubensgemeinschaft ist also nicht erforderlich, denn dieses Wissen ist Allgemeingut und zählt zum Geburtsrecht aller Menschen. Wenn dieses Wissen richtig verstanden wird und zum Alltag gehört, braucht es auch keine Institution, die ständig auf den Glauben hinweist oder Gebote und Verbote aufstellt.

 

Die Voraussetzung, um ein friedliches Leben führen zu können, ist neben dem klaren Wissen über sich selbst, rechtes Unterscheidungsvermögen, sowie der Wille zum Guten. Dazu braucht es natürlich auch einen gesunden und aufnahmefähigen Verstand. Herz und Verstand müssen ausgeglichen sein, damit jeder sich in Würde und Anstand verhalten kann. Damit in Zukunft Diskriminierung und Ausgrenzung kein Thema mehr sind, muss jeder Mensch verstehen, worum es im Leben wirklich geht. Wer er ist und woher er kommt. Wir müssen endlich begreifen, dass wir alle Geschwister sind.

 

Die Menschheit lebt zu sehr nur im Außen und hat vergessen, wo ihre Wurzeln sind. Bis jeder Mensch das auch verstehen und umsetzen kann, werden wohl noch einige Lehrjahre vergehen. Die Frage ist: Müssen wir ständig Lehrgeld - in Form von Leid - bezahlen oder können wir auch dazulernen?

 

Kinder in die Welt zu setzen ist leicht, doch sie auch zu achtsamen und verantwortungsvollen Erwachsenen zu erziehen, dazu braucht es mehr. Die Klärung der Gefühle sollte ein Standardfach in jeder Schule sein. Leider wird die Notwendigkeit eines klaren Geistes und eines reinen Herzens nicht von allen verstanden und immer noch in die religiöse oder esoterische Ecke gedrängt.  

 

Bitte denkt darüber nach.

Denkt auch darüber nach, wer ihr seid.

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