|
September 2021 Freiheit im Denken
Liebe Geschwister,
eine Meinung kann positiv und auch negativ sein. Wenn wir unsere Meinungsfreiheit erhalten wollen, müssen wir beides zulassen können. Wenn wir einzelne Worte verbieten, weil sie uns sexistisch, rassistisch oder abwertend erscheinen, dann beschneiden wir unsere Freiheit des persönlichen Ausdrucks immer mehr. Glücklicherweise kann man unser Denken nicht verbieten. Durch Verbote erreichen wir das Gewünschte leider nicht, denn ein negativ belegtes Wort hat doch nur in unserem Denken eine negative Bedeutung.
Wir sollten bei allen Ausdrücken darauf achten, was wir selbst damit verbinden, denn es liegt nur in unserer Vorstellung, wenn wir das Schlechte drin sehen. Hätten wir dagegen eine neutrale innere Haltung, würde uns ein umstrittenes Wort nicht aus der Ruhe bringen. Wenn wir wirklich etwas ändern wollen, dann sollte es unsere persönliche innere Einstellung dazu sein. Erst der Mensch belegt ein unschuldiges Wort mit einer negativen Wertung, wie Schuld, Scham, Verachtung oder Hass.
Unsere Empörung beim Hören eines Unwortes zeigt doch auch unser schlechtes Denken dahinter. Wir sollten das Heuchlerische in uns selbst genauer betrachten und unsere negativen Glaubenssätze dazu ausmerzen. Eine neutrale und emotionslose Haltung entschärft unser Denken und auch unsere Handlungen. Wer sich schnell über etwas empört, hat sich doch selbst schon mal dagegen vergangen und will nun aus verspäteter Reue darüber alles besser machen. Wir alle können nicht den ersten Stein werfen.
Auch diese übertriebenen Reaktionen haben ihre Wurzeln in der eigenen, nicht immer glorreichen Vergangenheit und sollten in uns selbst hinterfragt und bereinigt werden. Wer mit dem Finger auf andere zeigt, ist also auch nicht unschuldig. Ich selbst schließe mich da ein.
Wer ein Unwort in negativer Weise ausspricht und andere darauf empört reagieren, der hat sein beabsichtigtes Ziel erreicht, weil er im Gegenüber einen Knopf gedrückt hat. Wenn wir jedoch den Worten einer irregeleiteten Person keine Beachtung schenken würden, bekäme eine Situation auch keine negative Ladung und es bestünde kein Grund für verbale oder körperliche Auseinandersetzungen. Wenn sich jeder selbst innerlich klären würde, dann wäre unser Zusammenleben bedeutend friedlicher.
Wenn wir uns dagegen immer mehr in negative Sicht- und Verhaltensweisen hineinsteigern und hineinziehen lassen, verdunkeln wir nur unser eigenes Gemüt. Stattdessen sollten wir selbst damit beginnen, uns und unser Umfeld, privat und am Arbeitsplatz, liebevoll aber energisch aufzuräumen, damit der alte Muff, durch lichtvolles Denken und liebevolles Miteinander, ersetzt werden kann.
Tretet aus euren ewigen Opferrollen heraus und ändert eure Welt zum Guten. Holt eure Sehnsucht nach Frieden, Freude, Glück und Harmonie in die Gegenwart. Ihr habt die Macht der Veränderung. Der gemeinsame Sieg ist uns gewiss.
Wir sind eine Familie – einer hilft dem andern. So sollte es sein.
|