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Dezember 2021 Ein Fass ohne Boden
Liebe Geschwister,
der Blick in die Zukunft ist trübe. Seit einigen Jahren wundern wir uns über die zunehmende Aggression und Gewaltbereitschaft in fast allen Gesellschaftsschichten. Viele helfende Hände bemühen sich um die Beruhigung und Aufklärung der Gemüter, doch alle gutgemeinten Rezepte fruchten scheinbar nicht. Proteste und Ausschreitungen nehmen stattdessen ständig zu, ja es tauchen sogar bürgerkriegsähnliche Verhaltensweisen auf. Wir stehen vor einem Rätsel.
Wenn wir jedoch genauer über dieses Phänomen nachdenken, können wir den Grund dafür erkennen. Es sind nicht die Menschen, die scheinbar immer mehr verrohen, es sind die vielen Menschen die in den letzten Jahrzehnten dazugekommen sind. Die Weltbevölkerung nimmt ständig zu und der Platz für den Einzelnen wird immer knapper, was wiederum zu mehr zwischenmenschlichem Ärger führt. Was wir sehen, ist der Frust, der sich Luft verschaffen will. Je mehr die Weltbevölkerung wächst, umso mehr nimmt auch die Negativität zu. Wir brauchen uns also nicht über die Zustände in der Welt wundern. Sorgen machen, sollten wir uns jedoch schon über die kommenden Generationen, die sich auf noch Schlimmeres einstellen müssen.
Laut Statistik lebten im Jahr 1900 etwa 1,2 Milliarden Menschen. 2021 stieg die Zahl der Menschen auf dem Planeten auf ungefähr 8 Milliarden. Im Jahr 2100 werden es noch viel mehr sein, denn alle 61 Jahre verdoppelt sich die Menschheit. Das heißt, auf die Menschheit werden unlösbare Probleme zukommen. Diese werden sich auch mit gutem Willen und Psychologie nicht mehr lösen lassen. Was zuviel ist, das ist einfach zuviel.
Wir sehen heute nicht nur eine steigende Kriminalität, eine nichtbekämpfbare Armut, erbarmungswürdiges Leid und Elend fast überall auf der Welt, wir sehen seit einigen Jahren auch die zunehmenden Naturkatastrophen. Die ständigen Hilfsmaßnahmen werden das Fass ohne Boden in Zukunft auch nicht füllen, denn auf Dauer kann die Welt den steigenden Hunger und Verbrauch, der sich zügellos vermehrenden Menschen, nicht mehr bedienen. Schon heute werden Versorgungsgüter knapp und Corona ist das erste Vorzeichen auf das noch Kommende und das verheißt nichts Gutes.
Was können wir überhaupt noch abwenden? Sollten wir die Hände in den Schoß legen und resigniert abwarten?
Gegenmaßnahmen einleiten, um das ausufernde Wachstum der Menschheit zu stoppen, setzt eine Einigkeit der Weltbevölkerung voraus, die wir nicht haben. Unsere traurigen Versuche, die Natur überlisten zu können sind gescheitert, denn nun müssen wir erkennen, dass die Natur stärker ist als wir. Unser Größenwahn zeigt sich in den immer höher wachsenden Hochhäusern, in den Schiffsriesen, den riesigen Vergnügungstempeln für immer mehr Menschen und den Windrädern, die schon überall in der Landschaft stehen und sie verschandeln. Unser Bedarf und Verbrauch ist gigantisch und zügellos geworden. Unser Wachstum ist einfach nicht mehr zu bremsen. Erfahrungsgemäß steigert sich alles, bevor ein Kartenhaus zusammenkracht. Den unvermeidlichen Crash will vermutlich keiner erleben, doch welche Wahl haben wir denn noch? Wir müssen uns voraussichtlich sehenden Auges, unserem Schicksal fügen.
Liebe Geschwister, wer Augen hat der kann vorhersehen wohin unsere Reise geht. Dennoch sollten wir nicht verzweifeln, denn es gibt noch einen Hoffnungsschimmer. Jedoch nur für jene, welche die Zeichen der Zeit lesen können und ihr Schicksal noch wenden wollen. Wir können den natürlichen Lebensfluss nicht aufhalten, doch wir können etwas für unser Seelenheil bewirken, damit wir nicht immer den Gezeiten des Lebens ausgesetzt sind. Werden und Vergehen sind natürliche Abläufe in der Natur, auch der Mensch ist, trotz seiner vermeintlichen Überlegenheit, diesem Prozess unterworfen. Wir müssen jedoch nicht immer gleich bei Null anfangen, wenn es uns gelingt, aus dem Rad des Lebens auszusteigen. Dies können wir jedoch nur, wenn wir uns den spirituellen Gesetzmäßigkeiten zuwenden. Dafür ist es nie zu spät. Ob wir jedoch dafür auch schon bereit sind, wird sich zeigen.
Bitte denkt darüber nach.
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